Die neue Kapitänsregel ist eine Katastrophe: Das NL-Spiel Niederlande – Deutschland als bitterer Beweis

Kommentar von Petersgradmesser

Das gestrige zweite Gruppenspiel der Nations League Niederlande gegen Deutschland war eine hochklassige Partie, an welcher alle Fußballfans viel Freude hatten – oder soll man besser sagen haben hätten können? Denn in Fußball-Deutschland sorgte die dramatisch einseitige Spielleitung des italienischen Schiedsrichterteams um Davide Massa für viel Frust und Wut. Derartige Fehlleistungen werden leider durch die seit der EURO 2024 in vielen Wettbewerben neu eingeführte sog. Kapitänsregel unterstützt. Unfair behandelte Teams doppelt bestraft.

Joshua Kimmich ist von dieser Regel als neuer Kapitän besonders betroffen und gefordert. Gestern nach der Partie:

Generell bin ich nicht so der große Fan von diesem neuen System, dass nur noch ein Spieler beim Schiri reden darf. Das ist von der Idee her schon in Ordnung. Aber ich finde, dass die Schiris generell dann doch sehr sensibel sind. Natürlich reagiert man manchmal mit Emotionen. Das hat gar nichts mit dem Schiri zu tun. Man ärgert sich vielleicht über eine Situation. Oft ist es so, dass die Schiris es so aufnehmen, als ob sie gemeint sind – wodurch man viele Gelbe Karten kriegt. In der Nations League ist man nach zwei Gelben Karten gesperrt. Dann kann das schon sehr, sehr weh tun. Generell würde ich mir da wünschen, dass die Schiris da nicht ganz so sensibel sind. Auch wenn es darum geht, dass wir unsere Emotionen im Griff haben müssen. Aber es nicht immer etwas Persönliches gegen den Schiedsrichter.

Kimmich ist ein hochanständiger fairer Sportsmann und Mensch. Er spricht dabei einen sehr wichtigen Aspekt an, warum diese neue Regel sehr gute sensitive Schiedsrichter benötigt. Mit Attributen, die leider bei den allerwenigsten Unparteiischen im ausreichenden Maß vorhanden sind – und zwar über alle Ligen dieser Welt hinweg. Ausnahmen bestätigen natürlich diese Regel.

Ein korrekter Schiedsrichter ist tatsächlich darauf konzentriert, ein Spiel so neutral, so unparteiisch wie möglich zu leiten. Viele Schiedsrichter scheinen aber bereits vor dem Anpfiff gewisse Animositäten gegen eine von beiden Mannschaften oder auch einzelne Spieler zu haben. Diese sind dann nachfolgend im Match speziell durch die neue Regel fast schon „Freiwild“ für den Parteiischen.

Gestern bei Niederlande gegen Deutschland in Amsterdam passiert. In Sachen Körpereinsatz und Foulspiel schien Massa zwei unterschiedliche Maßstäbe für die Teams anzuwenden. Deutsche Spieler bekamen in Halbzeit 1 Verwarnungen, die bei den niederländischen Gegenspielern im ganzen Spiel ohne Sanktionen blieben. Und weil der Italiener ganz offensichtlich gar kein Interesse an einer neutralen Spielleitung hatte, durfte er obendrauf den aus völlig nachvollziehbarem Anlass reklamierenden David Raum zusätzlich auch noch verwarnen.

Hätte Jamal Musiala auf all die persönlichen Benachteiligungen im Spiel so reagiert, wie dies noch vor der EM gang und gäbe war, wäre er wohl sehr früh des Feldes verwiesen worden.

Davide Massa hat durch seine gestrige Spielleitung die neue – von manchen sogar gefeierte – „Kapitänsregel“ ad absurdum geführt. Die Regelhüter führen dabei den Fußball mit immer neuen fragwürdigen Entscheidungen immer tiefer in den Wald: Bis vor ungefähr 15 Jahren gab es um Handspiel innerhalb und außerhalb des Strafraums quasi keine Diskussionen. Hand war Hand, wenn der Arm nicht am Körper angelegt war. Alle wussten das. Auch der durchaus im Sinne einer größeren Gerechtigkeit sinnvoll eingeführte VAR war in seiner Ursprungsidee ganz anders geplant. Und jetzt der nächste Riesenfehler?

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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