Der 63-fache südkoreanische Nationalspieler Minjae Kim ist bereits einen Tag früher als seine FCB-Teamkollegen in sein Heimatland geflogen. Natürlich plant ihn der Rekordmeister – trotz der Popularität von Thomas Müller und Jamal Musiala im fernöstlichen Land – als Aushängeschild dieser PR-Reise ein. Der sonst eher zurückhaltende Innenverteidiger nimmt diese Rolle laut einem Bericht des kicker perfekt an.
Als der Bayerntross gestern am Flughafen in Seoul eingetroffen ist, wurde er nicht nur von frenetischen Fans, sondern auch von Minjae empfangen. Ein „bisschen überrascht“ war Bayern-Kapitän Manuel Neuer, als ihn sein Innenverteidiger plötzlich umarmte, „ich hatte gedacht, er wartet im Hotel auf uns„. Aber „das war auf jeden Fall eine tolle Geste„.
Und nicht die letzte: noch am gleichen Abend lud Minjae die Mannschaft zum koreanischen Barbecue ein. „Es gab auch so spicy Nudeln„, so Jamal Musiala heute bei einem Paulaner-Event, „die waren super.“
Minjae Kim, der „fantastische Gastgeber„, wie ihn FCB-Pressesprecher Dieter Nickles heute auf der PK vor dem Spiel gegen Tottenham kurzerhand taufte, kommt also an, bei den Teamkollegen und in seiner Heimat sowieso. Auch der neue Bayern-Chefcoach Vincent Kompany zeigt sich begeistert: „Es ist speziell, das mitzuerleben. Wie er damit umgeht, finde ich beeindruckend.„
Nach einem schwierigen Debütjahr an der Säbener Straße peilt Minjae nun die Rückkehr zu jener Stärke ein, die ihm in Südkorea den Spitznamen „Monster“ einbrachte und ihn in der Serie A zum Defensivspieler des Jahres machte. „Die letzte Saison muss für keinen Spieler für die kommende Saison definieren„, stellt Kompany klar, bezieht sich aber lieber aufs gesamte Team: „Ich erwarte eine Reaktion von jedem. Bis jetzt sehe ich diese jeden Tag im Training und dann hoffentlich auch in den Spielen.“
Auch der 27-Jährige blickt nicht zuletzt wegen des neuen Trainers positiv Richtung neue Spielzeit: „Ich versuche, so viel wie möglich von ihm zu lernen, so viel wie möglich zuzuhören. Er mag Verteidiger, die vorpreschen und aggressiv arbeiten, das versuche ich mitzunehmen.„
Zudem ist es „die erste richtige Vorbereitung seit Jahren„, die Minjae optimistisch stimmt, die erste ohne Vereinswechsel seit 2021. Damals war der Südkoreaner von Beijing Guoan zu Fenerbahce nach Istanbul gewechselt, im Sommer darauf weiter zu Napoli und wieder nur ein Jahr später als italienischer Meister an die Säbener Straße. „Es hängt von mir ab, wie viel ich arbeite. Wir haben einen neuen Trainer, eine neue Taktik und neue Spieler – wie schnell kommen wir zusammen?“
Auch außerhalb des Spielfelds hat der „fantastische Gastgeber“ dafür beste Voraussetzungen geschaffen.
„Glücklicher und offener“ Minjae Kim: Ist er der neue FCB-Abwehrchef? – FC Bayern Total
