Mit 36 Toren sicherte sich Harry Kane in seiner Debüt-Saison beim FC Bayern die Torjägerkanone der Bundesliga und den Goldenen Schuh für den besten Torschützen der europäischen Ligen. Zudem war zusammen mit Kylian Mbappé Top-Torschütze der Champions League (8 Treffer) und gemeinsam mit fünf weiteren Spielern Torschützenkönig der EURO (3 Tore). Trotzdem steht der Rekord-Einkauf des deutschen Rekordmeisters aktuell in der Kritik. Auch Ex-Bayernprofi Nils Petersen hält den englischen Topstürmer nicht für “unersetzlich”.
Die Sommer-Stürmer-Rangliste des kicker für die Rückrunde der vergangenen Spielzeit hat für eine Menge Diskussionen gesorgt. Zwar wurde Harry Kane zum besten Angreifergewählt, jedoch reichte es nicht mehr wie im Winter für die Einstufung in die Kategorie “Weltklasse” – stattdessen wurde Kane nur noch in die “Internationale Klasse” eingestuft.
Der ehemalige Bayern-Stürmer Nils Petersen beurteilte in einem Gastbeitrag für den kicker auf die aktuelle Stürmersituation in Deutschland höchster Spielklasse und auch bei seinem ehemaligen Verein. Die Tatsache, dass die Bayern ohne echten Backup-Stürmer in die kommende Saison gehen wollen, sieht der 35-Jährige ziemlich kritisch. An der Säbener Straße plant man derzeit, keinen Ersatz für den abgewanderten Eric Maxim Choupo-Moting zu holen. Stattdessen will man den hochtalentierten 19-jährigen Mathys Tel aufbauen.
Laut Petersen müsse sich jeder Angreifer fragen: “Sehe ich meinen Kontrahenten als Kollegen? Oder als Konkurrenten? Ordne ich mich dem Großen und Ganzen unter?” Diese Fragen müsse sich “auch Kane stellen”. Der Ex-FCB-Spieler (Zwei Tore in neun BL-Ensätzen 2011/12) spart nicht mit Kritik: “Unantastbarkeit geht nur bei Unersetzlichkeit. Meines Erachtens gab es zu viele Spiele, in denen er trotz seiner 36 Buden samt kicker-Torjägerkanone austauschbar war.”
“Die Bayern brauchen für die Rückkehr an die Spitze Alternativen, die auch mal ab der 60. Minute einen weitgehend unsichtbaren Kane ablösen können”, verdeutlichte der 2-fache deutsche Nationalspieler. Er sei sich “sehr sicher”, dass der neue FCB-Trainer Vincent Kompany das Thema “auf dem Schirm hat”, so Petersen: “Der Kader gibt Optionen her, aber es geht wieder um das, was Xabi Alonso mit Summa-cum-laude-Abschluss studiert haben muss: Moderation.”
Dazu FC Bayern Total:
Lassen wir uns doch einmal überraschen, ob das Vincent Kompany nicht genauso gut kann. Etwas überraschend, dass die Freiburg-Legende (69 BL-Tore von 2016 bis 2023, sehr viele als Joker) Tel überhaupt nicht auf dem Schirm hat. Und Ja, der 31-jährige Kane braucht in der kommenden Saison definitiv mehr Pausen, Spiele, in welchen er – leistungsunabhängig – schon nach einer Stunde vom Platz geht als 2023/24.
Insgesamt ist die Petersen-Kritik an Kane in der Form nicht nachvollziehbar. Am Saisonende wirkte der Engländer zwar – auch von Verletzungen geplagt – ausgelaugt und angeschlagen. Dies traf aber in großen Teilen der Saison keineswegs zu. Nach Petersens Auslegung wären selbst Gerd Müller und Robert Lewandowski nie „unersetzlich“ gewesen.
