… und welche Konsequenzen der FC Bayern aus der abgelaufenen Saison inklusive Heim-EM ziehen sollte.
Als der Kapitän der englischen Nationalmannschaft Harry Kane im letzten Sommer nach langem Transfer-Hickhack zum FC Bayern, dem deutschen Serienmeister, gekommen war, hoffte er wohl auch auf ein schnelles Ende seines Titelfluches: Obwohl in zahlreichen Wettbewerben Torschützenkönig und individuell herausragend gewann der 30-Jährigen weder in der Nationalmannschaft noch im Verein einen einzigen großen Titel – weder international noch national. Gestern stand er mit seinen Three Lions erneut – wie 2021 – in einem EM-Finale und wieder wurde es nichts mit dem Titel: 1:2 gegen Spanien. Im Interview nach dem Spiel zeigte sich die Tormaschine des FC Bayern sichtlich enttäuscht.
Kane wurde in der abgelaufenen Saison Torschützenkönig in der Bundesliga mit fantastischen 36 Toren. Damit wurde er auch zum besten Torschützen aller europäischen Ligen mit dem Golden Shoe gekürt. Mit acht Toren war er zudem zusammen mit Frankreichs Superstar Kylian Mbappé bester Torschütze der Champions League 2023/24. Und letztendlich gewann er gemeinsam mit fünf anderen Spielern, unter anderem Jamal Musiala, mit drei Treffern auch die Torjägerkanone bei der abgelaufenen EM.
Leider war Harry aber gerade im alles entscheidenden Saisonfinale angeschlagen und nicht fit. In Madrid wurde er im CL-Halbfinal-Rückspiel beim Stand von 1:0 für Bayern wegen Rückenproblemen ausgewechselt und musste vom Spielfeldrand das deprimierende Ausscheiden seiner Teamkollegen erleben. In der Bundesliga bekam er anschließend keine einzige Spielminute mehr und konnte so auch nicht mehr Lewandowskis BL-Rekord von 2020/21 mit 41 Toren angreifen.
War er lange Zeit beim FCB in der Saison topfit, galt dies – wohl auch wegen seiner Verletzung – nicht für die EURO 2024. So wurde der Mannschaftskapitän der englischen Nationalmannschaft im EM-Finale bereits nach 61 Minuten ausgewechselt – für ihn sicherlich eine mittlere Katastrophe.
Der Toptorjäger des FCB zeigte sich nach dem geplatzten EM-Traum im Gespräch mit dem britischen TV-Sender ITV sichtlich frustriert: “Es ist schwer in Worte zu fassen, wie wir uns jetzt alle fühlen. Es war ein hartes Spiel. Wir sind gut zurückgekommen und haben uns schwergetan, darauf aufzubauen. Der späte Gegentreffer ist wirklich schwer zu verkraften”.
Für Harry war es bereits das sechste verlorene Finale in seiner Karriere. Zu den beiden EM-Endspielen kam unter anderem auch die CL-Finale-Pleite mit Tottenham im englischen Duell gegen den FC Liverpool 2019 hinzu (0:2). Nun macht er kein Geheimnis daraus, dass es längere Zeit dauern wird, um die Finalpleite zu verarbeiten: “Das ist eine verpasste Chance. Diese Endspiele sind nicht einfach zu erreichen. Man muss es nehmen, wenn es kommt, und wir haben es wieder nicht geschafft. Das ist sehr schmerzhaft und wird noch lange wehtun.”
Bis Anfang August wird er sich nun erholen können – körperlich wie seelisch – dann wird er beim deutschen Rekordmeister in die Saison-Vorbereitung einsteigen.
Dazu FC Bayern Total:
Der FCB-Kader 2023/24 hatte in der Spitze absolutes Topniveau. Ein Sieg in der Champions League war völlig realistisch. Aber der Kader war viel zu klein. Die mangelnden Alternativen führten dazu, dass einige Spieler fast immer spielen mussten und früher (z.B. Leroy Sané, Minjae Kim) oder später (u.a. Kane) körperlich und auch zum Teil mental eingebrochen sind.
Also noch einmal von dieser Seite: Bitte kein radikaler Kaderumbruch (wie von den Medien vermittelt und gefordert wird), sondern eine Aufrüstung des Kaders um mindestens fünf Spieler. In diesem Kontext sollte man allen(!) Spielern klar machen, dass dies insgesamt nur mit entsprechenden Gehaltsreduzierungen möglich ist. Alle spielen ein bisschen weniger, sind aber bis zum Saisonfinale fitter. Eine Win-win-Situation.
Immer noch vollstes Vertrauen in Eberl, Kompany, Freund & Co …
