Vor EM-Finale: Spanien kritisiert, Kane & Southgate loben Gastgeber Deutschland und seine Fans

Beim heutigen EM-Finale werden bei den deutschen Fußballfans, natürlich speziell denen des FC Bayern, die Sympathien ziemlich eindeutig verteilt sein. Die Endspielteilnehmer England und Spanien haben dazu auch ihren Beitrag geleistet, der sich weniger an den bisherigen Turnierleistungen als an gesammelten Sympathie- und Antipathie-Punkten orientiert. Speziell das spanische Schlechte-Gewinner-Syndrom nach der durchaus glücklich gegen Deutschland gewonnenen Viertelfinal-Partie hallt immer noch nach.

Spanien ist bisher sicherlich insgesamt die beste Mannschaft des Turniers. Im Viertelfinale gegen Deutschland waren die Iberer jedoch nicht das bessere, sondern das glücklichere Team. Der dabei ausgerechnet vom englischen Schiedsrichter Anthony Taylor nicht gegebene Handelfmeter wird gewiss als eine der größten Fußball-Skandal-Entscheidungen in die Geschichte eingehen. Der anschließende Umgang der Spanier mit der Szene machte die deutschen Fans jedoch erst so richtig wütend.

Dass die spanische Presse die permanenten Bevorteilungen der heimischen Teams in internationalen Duellen, speziell gegen deutsche Mannschaften, geflissentlich ignoriert, ist seit Jahrzehnten bekannt. International hat sich das System Real Madrid schon so sehr etabliert, dass es offensichtlich auf der Halbinsel gar nicht mehr wahrgenommen wird. Aber auch die Spieler und Trainer – wie sonst sind Carlo Ancelottis Aussetzer nach der CL-Partie gegen Bayern zu erklären? – haben sich daran gewöhnt. Da bildet die spanische Nationalmannschaft leider keine positive Ausnahme.

Nach dem 2:1-Sieg gegen Deutschland war man nicht etwa ein wenig demütig wegen dieser Fehlentscheidung – nicht nur Marc Cucurellas unmittelbare Reaktion hat sein Schuldgefühl demonstriert – und dem schmeichelhaften Weiterkommen, man hat sich lieber auf das Team des Gastgebers eingeschossen.

Spaniens Trainer Luis de la Fuente ließ keine Gelegenheit aus, seine mehr als fragwürdige Theorie permanent zu wiederholen, dass Toni Kroos früh des Feldes hätte verwiesen werden müssen. Dazu sei angemerkt, dass das Einsteigen des 34-Jährigen gegen Pedri zwar robust gewesen war, aber keineswegs so dramatisch wie de la Fuente behauptet. Der jetzige Fußballrentner war sogar einen Tick früher als Pedri am Ball, stieg dann aber fast zeitgleich auf den Fuß des Spielers vom FC Barcelona. Für dessen spektakulären Sturz mit folgender Knie(!)-Verletzung kann man ihn aber wenig verantwortlich machen. Eine sehr unglückliche Situation, keineswegs brutal.

Und wenn man etwas zynisch sein möchte, dann könnte man auch behaupten, dass Kroos damit de la Fuentes Aufstellungsfehler korrigiert hat. Der daraufhin eingewechselte Dani Olmo hat wesentlich besser als Pedri vorher im Turnier performt, war mit einem Tor und einem Assist Man of the Match.

Auch der Handballspieler Cucurella verhielt sich in nachfolgenden Interviews und Pressekonferenzen ungeschickt, dumm-dreist bis arrogant. Obwohl sein Gesichtsausdruck direkt nach dem offensichtlichen Handspiel ein großes Schuldbewusstsein gezeigt hatte, verwies er später auf die korrekte Schiedsrichterentscheidung, der er – der Begünstigte – vollends vertrauen würde. Die Pfiffe der deutschen Fans im Halbfinale in München gegen Frankreich waren die fast schon logische Folge. Die spanische Reaktion mit weiterer Kritik, dieses Mal an den Fans, zeigte, dass man nichts gelernt hat. Eine spezielle Art der Arroganz.

Ganz anders die Engländer: Selbst permanent wegen wenig überzeugender Leistungen kritisiert lobten sie den Gastgeber und seine Fans fast schon überschwänglich.

Auf der gestrigen PK zum Endspiel bedankte sich der englische Kapitän Harry Kane für die Unterstützung der Fans in Deutschland während der Euro, „auch wenn ich deshalb letzten Sommer nicht zu Bayern München gewechselt bin. Die Atmosphäre in Deutschland ist fantastisch. Ich mag sie. Ich hoffe, die deutschen Fans wünschen mir morgen Glück„.

Auch seine Teamkollegen vom FCB schrieben ihm Nachrichten und wünschten ihm Glück im Finale. „Der morgige Tag ist eine gute Gelegenheit, allen zu danken, die mich unterstützen.

Und auch der Chefcoach der Three Lions, Gareth Southgate, bedankte sich auf derselben Veranstaltung beim Gastgeber, der ein „brillantes Turnier organisiert hat“ und bei den deutschen Fußballfans und vor allem den Bediensteten im englischen Teamquartier im thüringischen Blankenhain:

Wir haben uns überall willkommen gefühlt, alle waren super nett zu uns. Ich muss Deutschland gratulieren, sie haben eine unglaubliche Veranstaltung auf die Beine gestellt.

Derartige Worte des Danks, vielleicht auch der Versöhnung, vermisste man bei de la Fuente und seinem Kapitän Jesus Navas, als sie im Anschluss bei der PK zu Wort kamen. Ignoranz. Arroganz.

Hoffentlich kann sich nach dem heutigen Endspiel neben den Engländern die Mehrheit der deutschen Fans über den Sieger freuen. Das Wort „Karma“ würde dann sicherlich auch häufiger verwendet werden.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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