2:0 im EM-Achtelfinale in Dortmund bei Regenunterbrechung, Blitz und Donner gegen Dänemark: Der deutsche Bundestrainer Julian Nagelsmann und seine Spieler waren nach dem ersten deutschen Viertelfinaleinzug bei einem großen Turnier nach acht Jahren natürlich happy. Dagegen erwies sich der dänische Cheftrainer Kasper Hjulmand doch als erstaunlich schlechter Verlierer.
Die Stimmen zum Spiel:
Julian Nagelsmann: „Es war ein skurriles K.o.-Spiel. Die ersten 20 Minuten waren die besten von uns im Turnier. Für mich war das Tor von Nico Schlotterbeck regulär. Während der Regenpause haben wir in der Kabine den Jungs noch gezeigt, dass wir schneller über die dänische Abwehrkette spielen müssen. Die Erkenntnisse für die nächsten Tage sind, dass wir in den Phasen, in denen wir nicht gut Spiel sind, geduldiger bleiben müssen. Da war heute der eine oder andere Risikopass zu viel oder auch ein, zwei Bälle zu viel zu früh in die Mitte geknallt. Wenn wir das machen, sind wir extrem schwer zu bespielen.“
Nico Schlotterbeck: „Ich glaube, dass wir ein Superspiel gemacht haben. Das Stadion hat gebebt, das bin ich gewohnt von Dortmund, von der Nationalmannschaft nicht so sehr. Die Mannschaft hat sich belohnt für die harte Arbeit. Bislang hatte ich nicht die glücklichsten Auftritte beim DFB, deshalb mache ich mir selbst den größten Druck und bin froh, dass wir zu null gespielt haben. Wir haben mit unseren Spielen im Land etwas ausgelöst, wir spielen mit Spaß, Euphorie.“
Antonio Rüdiger: „Wir waren von Anfang an dominant. Was man kritisieren kann, ist, dass wir sie nicht schon vorher getötet haben. Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen. Diese Mannschaft zeigt guten Charakter, dass wir trotz aller Widrigkeiten zurückkommen können. Wir haben noch drei Spiele.“
David Raum: „Es überwiegt die Freude, eine Runde weitergekommen zu sein. Für den neutralen Außenstehenden war es ein großes Fußballspiel, für die deutschen Fans nervenaufreibend. Ich habe im Laufe des heutigen Tages erfahren, dass ich von Beginn an spiele, wollte dieses Vertrauen zurückzahlen. Es geht am Ende darum, dass wir alle Leistung bringen, auch die Spieler, die von der Bank kommen.“
Joshua Kimmich: „Nach dem Abseits-Tor für Dänemark sind wir schnell in Führung gegangen, aber das hat uns gar nicht so viel Sicherheit gegeben. Hintenraus haben wir es dann aber sehr gut gemacht. Wir hatten heute auch wieder sehr gute Einwechslungen, das macht eine gute Mannschaft aus. Heute hat man gemerkt, dass die Fans extrem da waren. Von allen vier Spielen war das meiner Meinung nach die beste Stimmung.“
Der 29-Jährige zum nicht gegebenen frühen Führungstor von Schlotterbeck: „Ich weiß nicht, ob man das erste Tor abpfeifen muss. Er hat den Block von mir gepfiffen.“
Manuel Neuer: „Wichtig bei so vielen Unterbrechungen ist, dass man fokussiert und konzentriert bleibt. Dass das heute ein harter Fight wird, war uns schon vorher klar. Am Ende haben wir aber verdient gewonnen und das als bessere Mannschaft.“
Kai Havertz: „Es war ein gelungenes Spiel für uns. Ich trainiere sehr viel Elfmeterschießen, ich schieße gerne, mir macht das Spaß und ich versuche, mir den Druck zu nehmen. Wir haben in den ersten 15 Minuten ein gutes Spiel gemacht, danach wurde es schwerer. Umso wichtiger war es, dass die Fans ihre Leistung gebracht haben und voll hinter uns standen.“
Kasper Hjulmand (Nationaltrainer Dänemark): „Es ist eine Schande. Die beiden Schlüsselentscheidungen gegen uns waren so knapp. Wir reden beim Abseits über einen Zentimeter. Kann das die zweifelsfreie Wahrheit sein? Ist die Technik so genau? Lässt sich der Zeitpunkt des Abspiels so genau bestimmen? Ich habe Fragen. Und das Handspiel? Wir können nicht Fußball spielen, ohne die Arme zu bewegen. Dazu die kurze Distanz. Es waren zwei lächerliche Entscheidungen, die das Spiel entschieden haben.“
FC Bayern Total zum dänischen Trainer:
Ach Kasper, mit dieser Zusammenfassung des Spiels machst du deinem Namen leider alle Ehre. Diese beiden Szenen als die Schlüsselentscheidungen des Spiels zu bewerten, ist ein bisschen armselig. Zudem wurden sie den Regeln entsprechend völlig korrekt und unzweifelhaft entschieden.
Dagegen war die Annullierung des frühen deutschen Führungstreffers absolute Auslegungssache. Vor kurzer Zeit hätte noch jeder englische Referee dieses Tor von Schlotterbeck gegeben.
Als Havertz Mitte der zweiten Halbzeit aufs dänische Tor zusteuerte und da schon das vorentscheidende 2:0 verpasste, gab es kurz vor dem dänischen Strafraum eine Notbremse gegen Sané. Der FCB-Offensivspieler war mitgelaufen und hätte wohl einen simplen Pass von Havertz problemlos verwandeln können. Die Szene wurde von den Unparteiischen ignoriert.
Und das 3:0 von Wirtz wurde auch lange vom VAR gecheckt und nicht gegeben.
Ja, die Phase kurz nach der Halbzeit ist für Dänemark unglücklich, aber keineswegs unkorrekt gelaufen. Man hätte aber als fairer Sportsmann auch der insgesamt besseren Mannschaft schlichtweg gratulieren können. Dies hat der Kasper zuerst auch getan – allerdings nur dahingehuscht, leider unglaubwürdig. Schade.

Vollste Zustimmung!
Es ist natürlich immer bitter, wenn ein Tor bei so einem knappen Abseits einkassiert wird. Persönlich dachte ich, dass eigentlich ein anderer involvierter dänischer Spieler klarer im Abseits gestanden wäre.
In den letzten 3-4 Jahren wurden beim FCB übrigens ein halbes Dutzend derartiger Tore einkassiert…
Ganz klar für mich das Handspiel. Unverständlich, dass es Kommentare gibt, dass die Flugbahn des Balles nicht oder nur minimal verändert wurde. Wer genau hinsieht, muss doch bemerken, dass der Ball nach dem klaren Berühren des ausgestreckten Arms eindeutig noch oben wegfliegt. Alle beteiligten deutschen Spieler reklamieren sofort!
Amateurhaft vom dänischen Trainer ist die Aussage, dass man gelernt bekommt, dass man nicht die Arme hinter dem Körper versteckt. Ich habe das im eigenen Strafraum immer (jahrzehntelang) bei Abwehraktionen gemacht … und keinen einzigen Elfmeter verursacht … Lernt man doch schon bei den Schülern … Wer anderer Meinung ist, muss damit rechnen, dass man einen Elfer kassiert … Auch diese Erfahrungen mussten die Bayern in den letzten Jahren massenweise machen …
Charma: Die ach so sympathischen dänischen Fans haben sehr früh mit der Provokation „schade Deutschland, alles ist vorbei“ angefangen – und übrigens auch die saudumme Angewohnheit, permanent bei jeder gegnerischen Ballbesitzphase zu pfeifen …
Ich werde die Dänen bei der EURO keineswegs vermissen.
Da sind unsere Sichtweisen wohl doch ziemlich deckungsgleich.
Ach ja: Auf einer anderen „Fußballseite“ schreibt ein BVB-Fan einen Beitrag, der fast schon als Antwort, als Kritik auf dieses Statement hier zu werten ist …
Die „Zecken“ sind ws. noch lächerlicher als der dänische Trainer … 😉
Danke für die Info … Wir hatten dabei sofort einen Verdacht – bestätigt!!
Ach ja 😉 😉 😉
Kasper Hjulmand … Bin per Zufall noch einmal auf diesen EM-Artikel gestoßen (worden): Jetzt weiß ich wieder, warum mir der neue Leverkusen-Trainer so unsympathisch ist / war…