Nach den beiden souveränen Auftaktsiegen der deutschen Nationalmannschaft war Fußball-Europa merklich in Sorge. So ist das kollektive Aufatmen der Konkurrenten nach dem Unentschieden gegen die Schweiz wohl nachvollziehbar. Der mögliche englische Achtelfinalgegner macht sich gar mit gewohnter Polemik Mut.
Die internationalen Pressestimmen:
Schweiz
Blick: „Füllkrug schockt die Nati in der Nachspielzeit.“
NZZ: „Die Schweiz verpasst gegen Deutschland den großen Sieg hauchdünn. Niclas Füllkrug trifft mit seinem Kopfball mitten ins Schweizer Herz. Der große Prestigesieg war in greifbarer Nähe.“
Tagesanzeiger: „In der 92. Minute platzt der Traum gegen Deutschland.“
Italien
Corriere dello Sport: „Ein Remis im letzten Augenblick für Deutschland. Füllkrug antwortet in der 92. Minute auf Ndoye. Die Hausherren schaffen es mit dem letzten Atemzug, als Sieger aus der Gruppe herauszukommen.“
Corriere della Sera: Die Schweiz hatte 92 Minuten lang das Gefühl, Deutschland zu schlagen und sich als Gruppenerster für das Achtelfinale zu qualifizieren. Aber die Deutschen hätten sich im Großen und Ganzen nicht beschwert, als Zweiter hätten sie Spanien und Frankreich gemieden und auf Italien oder England treffen können.“
Frankreich
L’Équipe: „Ein uninspiriertes Deutschland erkämpfte sich ein 1:1-Unentschieden gegen die Schweiz. Die Gastgeber behalten ihren ersten Platz in der Gruppe. Erst in der 90.+2 Minute konnte Niclas Füllkrug mit einem Kopfball den Ausgleich gegen die starken Schweizer erzielen. Schon zu Beginn des Spiels wurde der Ton durch mehrere technische Fehler von Toni Kroos vorgegeben.“
Le Parisien: „Hat die deutsche Mannschaft etwas zu sehr nachgelassen? Vielleicht, aber sie hat sich gut erholt. Nach zwei Siegen gegen Ungarn und Schottland war das Achtelfinale bereits sicher. Deutschland erkämpfte sich in der Nachspielzeit durch den unvermeidlichen Niclas Füllkrug ein Unentschieden gegen die Schweiz und behält damit den ersten Platz in der Gruppe A.“
RMC Sport: „In einem Spiel, das sie nicht unter Kontrolle hatten, gerieten die Deutschen sogar in Rückstand. In der Nachspielzeit gelang Füllkrug der Ausgleich, der den ersten Platz in der Gruppe A sicherte. Die Schweiz wurde immerhin Gruppenzweiter.“
Spanien
AS: „Das deutsche Wunder: Feuerwehrmann Füllkrug als Retter! Ein Tor des deutschen Stürmers in letzter Sekunde sichert den Gastgebern den Platz an der Spitze der Gruppe. Deutschland – der mögliche Gegner Spaniens in einem hypothetischen Viertelfinale.“
Marca: „Füllkrug rettet den Gruppensieg mit dem Schlusspfiff. Die Gastgeber spielen in der unteren Turnierhälfte weiter und sehen am Horizont Spanien. Deutschland ist zurück auf dem Boden nach zwei extrem bequemen Spieltagen. Das Duell gegen einen Knochen wie die Schweiz hat gezeigt, dass Nagelsmanns Team verwundbar ist. Egal, wie viele Spielmacher Deutschland hat, es braucht diesen einen Mann für die Tore. Und die Füllkrugs könnten im weiteren Verlauf der EM von entscheidender Bedeutung sein.“
Mundo Deportivo: „Füllkrug schickt Deutschland in der Nachspielzeit auf den Weg Spaniens. Die Schweiz war kurz davor, das Unmögliche zu schaffen und Deutschland zu besiegen. In den ersten beiden Spielen schien es, als sei die deutsche Mannschaft eine perfekt geölte Maschine, doch im entscheidenden Spiel ließ sie daran Zweifel aufkommen.“
England
The Sun: „Füllkrug bricht die Herzen der Schweizer – und das Frankfurter Stadion explodiert. Das späte Ausgleichstor der Gastgeber bedeutet, dass England Slowenien besiegen muss, um ein Alptraum-Achtelfinale gegen Deutschland zu vermeiden.“
Mirror: „Die Schweiz entdeckt die deutsche Schwachstelle. Sie haben es wieder geschafft, aber die Gastgeber sind nicht so übermächtig, wie sie scheinen.“
Daily Mirror: „Der Favorit geriet durch eine hungrige, gut organisierte Schweizer Mannschaft zum ersten Mal in diesem Turnier in Bedrängnis. Die Schweiz hat den Status eines Dark Horse durchaus verdient. Sie wären sogar Gruppensieger geworden, wäre da nicht das Jokertor von Füllkrug gewesen.“
Guardian: „Es war ein bescheideneres und klügeres Deutschland, dass nach Abpfiff den Platz verließ. Euphorisch nach dem Kopfball von Niclas Füllkrug in der Nachspielzeit, erleichtert über den Gruppensieg, aber vielleicht mit einem realistischeren Eindruck darüber, wo sie stehen und wozu sie fähig sind. Wie einer ihrer Züge, strauchelte und stotterte Deutschlands EM-Reise 2024, und war sogar von einer unplanmäßigen Umleitung bedroht.“
Österreich
Kurier: „Topquoten im TV, überfüllte Fanmeilen, Euphorie im ganzen Land – viele wähnten den EM-Gastgeber gar schon als künftigen Europameister. Im dritten Gruppenspiel wurde dem deutschen Nationalteam aufgezeigt, dass es noch ein weiter und steiniger Weg bis zum EM-Titel wird.“
Österreich: „Die Schweiz verpasst die Sensation hauchdünn. Als der Gruppensieg schon verloren schien, war Füllkrug dann doch noch zur Stelle.“
