Als Ralf Rangnick im April mit dem FC Bayern über eine mögliche Zusammenarbeit verhandelte, sorgte Uli Hoeneß für Aufsehen. Bei einer Podiumsdiskussion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußerte der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters öffentlich scharfe Kritik an Thomas Tuchel. Der Zeitpunkt – kurz vor den CL-Halbfinal-Spielen gegen Real Madrid – sorgte damals allgemein für Unverständnis.
Nachdem Rangnick den Bayern kurz darauf eine Absage erteilt hatte, wurde gemutmaßt, dass Hoeneß‘ Äußerungen dabei auch einen negativen Einfluss gehabt haben könnten.
Rangnick stellt nun im Gespräch mit dem kicker jedoch klar: „Ich kann an dieser Stelle versichern, dass das überhaupt keinen Einfluss auf meine Entscheidung hatte. Ich sage sogar: Uli Hoeneß wäre einer der Gründe gewesen, es zu tun und dort hinzugehen. Weil ich glaube, dass wir in unseren Sichtweisen gar nicht so verschieden sind.“
Dies überrascht dahingehend, weil es in der Vergangenheit einige Mal durchaus zwischen Hoeneß und Rangnick gescheppert hatte. Die Entscheidung, die Tuchel-Nachfolge nicht anzutreten, sei jedoch „keine Entscheidung gegen den FC Bayern“ gewesen, so nun Rangnick gegenüber dem kicker.
Es sei jedenfalls „eine der schwierigsten beruflichen Entscheidungen“ gewesen, „die ich in meiner Karriere bisher treffen musste“, bekräftigt Rangnick. Denn: „Beim FC Bayern sind schon vier ehemalige Spieler von mir im Kader und vier Mitarbeiter, mit denen ich schon früher zusammengearbeitet habe. Das hat das Ganze besonders gemacht, und das bei einem der größten Vereine in Europa“. Dennoch entschied sich der 65-Jährige für den Verbleib beim Österreichischen Fußballverband.
Bereits Anfang Mai erklärte Rangnick seine Entscheidung folgendermaßen: „Ich bin mit vollem Herzen österreichischer Teamchef. Diese Aufgabe macht mir unglaublich viel Freude und ich bin fest entschlossen, unseren eingeschlagenen Weg erfolgreich weiterzugehen. Es ist eine Entscheidung für meine Mannschaft und unsere gemeinsamen Ziele.“
