Carlo Ancelotti ist im September 2017 nach 15 Monaten als Bayerntrainer gescheitert und entlassen worden. Angeblich hatten sich damals einige FCB-Führungsspieler über ihn und sein Team, in welchem sogar während der Trainingseinheiten geraucht worden sein soll, wegen der mangelnden Intensität des Trainings bei den Vereinsbossen beschwert. Der Italiener hat das wohl nicht vergessen, denn wie sonst sind seine dümmlich-arroganten Äußerungen nach der dramatischen Schlussphase des gestrigen Spiels zu deuten.
In der 13. Minute der Nachspielzeit, als Matthijs de Ligt nach einem Kopfball von Thomas Müller das vermeintliche 2:2 für den FC Bayern erzielte, entschied Schiedsrichter Szymon Marciniak voreilig zu Unrecht auf Abseits.
Aus Sicht von Thomas Tuchel war dieses Vorgehen ein klarer Regelverstoß. Der Unparteiische hätte die Szene weiterlaufen müssen, um diese in Ruhe vom VAR prüfen zu lassen. Laut Max Eberl hat sich der polnische Schiedsrichter für diese Fehler nach dem Spiel bei den Münchnern entschuldigt.
Carlo Ancelotti hatte nach dem Spiel wenig Verständnis für den Unmut der Bayern: “Bayern beschwert sich über das Abseits? Ok, dann beschweren wir uns über das annullierte Tor von Nacho… weil Kimmich simuliert hat”, betonte dieser auf der Pressekonferenz.
Der Madrid-Coach spielte damit auf die Szene in der 72. Minute an, als ein Eigentor von Alphonso Davies annulliert wurde, weil Nacho Joshua Kimmich zuvor einen Schlag ins Gesicht verpasst hatte. Dies ist eindeutig auf den TV-Bildern zu sehen und dementsprechend hat Marciniak nach einem Hinweis des VAR den Treffer nicht gegeben. Eher unverständlich, dass der polnische Schiedsrichter diese Szene nicht selbst gesehen hat und auch, dass es nach Betrachtung der Videobilder keine Karte gegeben hat. Die Aktion war am Rande der Tätlichkeit.
Die Frage, ob es tatsächlich Abseits war oder nicht, interessiert Ancelotti nicht wirklich: “Die Abseitsszene ist einfach zu erklären. Vielleicht war es kein Abseits, aber der Schiedsrichter hat gepfiffen vor dem Tor und wir haben aufgehört zu spielen. Das war’s”, so sein fürchterlich arroganter Schlusskommentar.
Tatsächlich ist es insgesamt eigenartig, dass ein als Weltschiedsrichter angereister Referee im Bernabéu plötzlich Anfängerfehler begeht. Als Vinicius Jr. in der ersten Hälfte bei einer sensationellen Parade von Manuel Neuer den Innenpfosten traf, hätte die Aktion längst vorher abgepfiffen werden müssen, weil ein zweiter Ball, mit dem gleichzeitig auch gespielt wurde, im Spiel war.
Eine ebenfalls fragwürdige Entscheidung von Marciniak war der Foulpfiff gegen Minjae Kim, als dieser in der 82. Minute einen Kopfball an die Latte setzte. Hätte im Fall eines Tores der VAR diesen Pfiff kassiert?
Zurück zu Mr. Ancelotti: Korrekt wäre gewesen, hätte er Verständnis für die Bayern-Wut aufgebracht, die verbale Entgleisung bei der Kimmich-Nacho-Situation hätte nie und nimmer kommen dürfen. Typisch Real (UEFA) Madrid. Typisch Ancelotti?

Ich mochte diese Kaugummi schmatzende Pfeife schon als FCB-Trainer nicht. „Mister“ ohne Manieren.
Was er mit diesem wirklich dämlichen Kommentar noch einmal eindrucksvoll bestätigt hat …