Borussia Dortmund ist die Aufmüpfigkeit der Jahre 2011 und 2012 nicht gut bekommen. Der FC Bayern reagierte gnadenlos mit einer Transferoffensive und der längsten Erfolgsserie in der Geschichte des europäischen Spitzenfußballs. Auch Bayer Leverkusen erlitt in einer ähnlichen Konstellation vor gut 20 Jahren die Abgänge von Michael Ballack, Zé Roberto und Lucio Richtung München. Der damals beim Werksklub verantwortliche Reiner Calmund zeigte Verständnis für die Spieler und die Aktionen des deutschen Rekordmeisters. Dagegen tickt Simon Rolfes, der aktuelle Bayer-Sport-Geschäftsführer, offensichtlich ganz anders.
Der neue deutsche Meister Bayer Leverkusen will nach dem Erfolg der aktuellen Saison den Großteil der Mannschaft zusammen halten. Wenn man überhaupt Spieler abgeben sollte, will man dies laut SportBILD keinesfalls an die direkten Konkurrenten Bayern, BVB oder RB Leipzig tun.
Bayer-Geschäftsführer Fernando Carro erklärte jüngst zwar, dass man mit einem großen Abgang rechnet, dieser soll aber nicht in Verbindung mit den genannten deutschen Konkurrenten stehen. Ob das so umsetzbar ist, wird sich zeigen: Jüngst machten Gerüchte die Runde, dass der deutsche Rekordmeister großes Interesse am deutschen Nationalspieler Jonathan Tah hätte und auch der Spieler erklärt sich wohl bereit für diesen nächsten Karriereschritt.
Rolfes hingegen kündigte an, dass man langfristig mit dem Abwehrchef plant und seinen 2025 auslaufenden Vertrag gerne verlängern würde. Weitere Abgangskandidaten sind Victor Boniface, Jeremie Frimpong, Alejandro Grimaldo oder Exequiel Palacios. Beim niederländischen Nationalspieler Frimpong soll es zudem eine Ausstiegsklausel geben, die das Vorhaben von Rolfes & Co schon alleine durch ihre Existenz torpediert.
Tatsache ist wohl auch, dass weder der BVB, der sich sonst so gerne bei der BL-Konkurrenz bedient, allerdings in anderen Preisklassen, noch RB aufgrund einer anderen Zielausrichtung Richtung Leverkusen schielen wird. Leverkusens Ansage ist somit ausschließlich Richtung Säbener Straße ausgerichtet. Denn der FC Bayern scheint an Tah, Frimpong und perspektivisch an Florian Wirtz interessiert zu sein. Ob diese an den Rekordmeister gerichtete Transfersperre wirksam sein kann, entscheiden auch die angesprochenen Spieler. Wollen die, will der FCB – dann wird es spannend zu beobachten sein, ob das Leverkusener Nein aufrecht zu erhalten ist.
Vielleicht wollen Max Eberl & Co zusätzlich auch etwas anderes in Leverkusen erreichen: Ein bisschen Unruhe und Spieler, die (wesentlich) höhere Gehälter fordern werden – in der Größenordnung, die sie beim Rekordmeister erhalten würden. Rolfes & Co haben zurecht Muffensausen …
