Rekordnationalspieler Lothar Matthäus macht sich offensichtlich doch ernsthafte Sorgen um seinen Ex-Verein (1984-88; 1992-2000). Fast schon im täglichen Rhythmus liefert er neue Ideen, was die Nachfolge von Thomas Tuchel als Cheftrainer an der Säbener Straße ab der nächsten Spielzeit betrifft. War es gestern noch Unai Emery, ist es heute der ehemalige FCB-Innenverteidiger Martin Demichelis, den er sich als neuen Coach beim deutschen Rekordmeister vorstellen kann.
“Der Name gefällt mir. Er hat eine Bayern-Vergangenheit, hat Titel geholt, kommt gut an bei den Spielern und hat das Bayern-Gen. Er hat ja auch für Bayern große Spiele gemacht und große Titel geholt”, so Matthäus bei Sky.
Der 43-Jährige arbeitet aktuell erfolgreich in seiner Heimat Argentinien und wurde 2023 Meister mit seinem dortigen Herzensverein River Plate.
Zuvor trainierte Demichelis ab Juli 2019 auf dem Campus die U19 des FC Bayern und anschließend von April 2021 bis November 2022 die Bayern Amateure. Matthäus traut Micho durchaus auch zu, die Profis der Bayern zu übernehmen: “Er ist ein positiver Typ, weiß wo er hin will und hat eine klare Ansage und Linie. Wenn es vom Alter her passen würde, denn Karl-Heinz Rummenigge will ja nicht unbedingt einen jungen Trainer. Aber der Name hört sich interessant an”.
Sky-Reporter Uli Köhler zeigt sich dagegen bei der Personalie Demichelis skeptisch. Der FCB-Experte sieht eine Sprachbarriere: “Er spricht nur gebrochen Deutsch und auch kein gutes Englisch”. Das ist allerdings ein durchaus überraschendes Argument – sieben Jahre FCB-Spieler und zuletzt fast dreieinhalb Jahre Nachwuchscoach – und der Argentinier soll nicht ausreichend gut Deutsch sprechen?
Bayern-Sportvorstand Max Eberl hatte am Samstag, als das Gespräch auf Zinédine Zidane kam, betont, dass der neue Mann an der Seitenlinie nicht zwingend Deutsch, aber auf jeden Fall Englisch sprechen sollte.
Allerdings hatte Demichelis selbst schon vor einigen Wochen klar gemacht, dass er nicht über ein Engagement beim FC Bayern nachdenken würde: “Die Leute, die Bayern leiten, kennen mich so gut, dass sie mich nicht anrufen würden, solange ich bei River Plate bin. Sie wissen, wie sehr ich River liebe und was ich alles getan habe, um Bayern zu verlassen und hier her zu kommen.”
Wusste der Lothar das nicht – oder ignoriert er solche eindeutigen Statements?
