Am Mittwochabend steht im Rückspiel des CL-Viertelfinales gegen den FC Arsenal in der Allianz Arena nichts weniger als ein sogenanntes Do-or-Die-Spiel an. Gewinnt der FC Bayern gegen die Gunners, steht er im Halbfinale. Verliert er, ist die Saison nach dem Pokalausscheiden und der früh verlorenen Meisterschaft endgültig gelaufen. Mitte April – äußerst ungewöhnlich für den deutschen Rekordmeister.
Dass dies nicht so passieren wird, dafür hat das Auftreten im Emirates Stadium am letzten Dienstag Mut gemacht hat. Dabei haben die Bayern durchaus auch deswegen gut ausgesehen, weil sie dem Tabellenführer der Premier League für längere Zeit den Ball überlassen haben (41 Prozent eigener Ballbesitz), um auf ein schnelles Umschaltspiel zu lauern.
Dazu der gestrige Torschütze zum 2:0-Endstand gegen den 1. FC Köln Thomas Müller: „Wenn ich jetzt an Spielerprofile denke, wie es vielleicht Leroy mitbringt. Dem tut es natürlich gut, wenn er ein bisschen Raum vor sich hat, wo er dann eben mit seinen 36 km/h da reinfahren kann. Und dementsprechend glaube ich, ist das nicht schädlich für uns, wenn wir nicht 70 Prozent Ballbesitz haben, sondern auch einen Gegner, der gerne den Ball hat. Und wir uns dann einfach reinbeißen, mal einen Ball wegzwicken. Und dann muss es halt schnell gehen.„
In der Hinrunde hatten die Bayern so zum Beispiel den BVB beim 4:0 im Signal-Iduna-Park überrollt und ein paar Wochen später den VfB Stuttgart zuhause trotz lediglich 37 Prozent Ballbesitz deutlich und verdient mit 3:0 geschlagen.
Joshua Kimmich ergänzt: „In dieser Saison hatten wir tatsächlich einige gute Spiele, in denen wir über einen Konter gekommen sind, über Schnellangriffe. Da haben wir schon das Personal dafür, um auch schnell umzuschalten, um zielstrebig vor das gegnerische Tor zu kommen. Wir haben uns eher dann schwerer getan, wenn die Gegner tief standen und wir Lösungen gebraucht haben.„
Der aktuelle FCB-Rechtsverteidiger zur Aufgabe am Mittwoch: „Ich glaube, dass es wahrscheinlich nicht so sein wird, dass wir es über 90 Minuten kontrollieren werden„. Allerdings geht Kimmich davon aus, dass die Bayern ein bisschen mehr den Ball haben werden als im Hinspiel, auch um „dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken.“
