Es funkt schon wieder zwischen Didi Hamann und dem FC Bayern. Nachdem Kingsley Coman beim gestrigen 2:0-BL-Sieg gegen Köln mit einer vermutlich sehr schweren Muskelverletzung ausgewechselt worden war, äußerte der 50-Jährige bei Sky einen Verdacht, der zumindest sehr brisant ist, man könnte ihn auch als verleumderisch bezeichnen.
„Irgendwas stimmt da nicht. Entweder trainieren die zu viel oder zu wenig. Mein Gefühl ist, dass die zu wenig trainieren. Das habe ich auch gehört“, schoss Hamann einen Giftpfeil Richtung FCB, vor allem Richtung Thomas Tuchel, ab.
Nach der Bundesliga-Partie wurde die Bayern-Seite sehr schnell mit diesen heftigen Vorwürfen konfrontiert – und reagierte süffisant.
„Da kann ich nichts drauf antworten“, sagte FCB-Trainer Thomas Tuchel sichtlich irritiert, als er auf der Pressekonferenz auf Hamanns Aussage angesprochen wurde. „Aber Didi weiß es natürlich“, schob er mit einer gehörigen Portion Sarkasmus hinterher.
Schließlich sah sich auch Bayerns Pressesprecher Dieter Nickles dazu gezwungen einzugreifen. „Vielleicht kommen wir mal davon ab, immer Bewertungen von außen sofort beantworten zu müssen“, mahnte er.
Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass der FC Bayern nicht gut auf Hamann zu sprechen ist. Im Februar sah sich der deutsche Rekordmeister sogar dazu gezwungen, mit einem öffentlichen Statement gegen weitere „unsachliche“ Kritik aus Hamanns Richtung vorzugehen, nachdem dieser Trainer Tuchel nicht nur zum wiederholten Male scharf kritisiert hatte, sondern auch auf nahezu schäbige Weise fehlinterpretiert hatte. Kurzzeitig zeigte sich der Sky-Angestellte sogar reumütig und entschuldigte sich für seine Verfehlung. Dieser Zustand hat folgend wahrscheinlich eher nur Stunden als Tage angedauert.
Auch Thomas Müller würde in der Mixed Zone mit Hamanns These konfrontiert. „Wenn man das Wort „könnte“ benutzt, kann man danach alles sagen und es ist immer richtig“, stichelte er in Richtung von Ex-Nationalspieler Hamann. Glaubst du also nicht, dass es an zu wenig Training liegt, wurde Müller nochmal gefragt: „Es KÖNNTE an allem liegen“. Innerlich wird dabei der Scheibenwischer des gestrigen Torschützen zum 2:0 heftig gearbeitet haben.
Bereits auf der Freitag-PK war Tuchel auf die massenhaften Muskelverletzungen angesprochen worden. Dort antwortete er wesentlich seriöser als auf den Didi-Vorwurf:
„Ich weiß nicht, ob es einen Grund gibt. Aber es begleitet uns die ganze Saison. Wir sind da an der Ursachenforschung, haben aber noch keine Antwort. Serge Gnabry hat auch wieder eine Muskelverletzung erlitten, das ist für uns alle ein Rückschlag. Das war ein großer Faktor und es hört auch nicht auf. Belastung ist nicht der Faktor, wir sind es gewohnt, viel zu spielen. Wir haben eine große Physio- und Ärzte-Abteilung mit hochqualifizierten Leuten und alle geben ihr Bestes.“
Ach ja, der Didi, erst vor zwei Tagen bekam er von dieser Seite – wohl zum ersten und einzigen Mal – Lob für eine Aussage über den FCB bzw. die aktuelle Situation an der Säbener Straße. Das blindeste Huhn unter den sog. Fußball-Experten … hier noch einmal das Korn, das es gefunden hat …

Ein Kommentar zu “Nach erneut heftigen Vorwürfen: Tuchel und Müller reagieren auf Hamann”