Kommentar von Petersgradmesser
Der offensichtliche Wunschtrainer der FCB-Verantwortlichen, sicher aber vieler Bayernfans, Xabi Alonso, wird in der kommenden Saison nicht der Nachfolger von Thomas Tuchel auf dem Posten des Cheftrainers. Sehr schade – oder doch nicht? Schon als der Baske noch in der Pole Position schien, gab es nicht wenige Anhänger des Rekordmeisters, die eigentlich lieber den aktuellen Bundestrainer Julian Nagelsmann auf diesem Posten sehen würden. Auf den ersten, aber auch zweiten und dritten Blick eine gute, eine charmante Lösung.
Es gab schon vor einem Jahr eine Mehrheit unter den Bayernfans, die Nagelsmanns Entlassung unter den damals gegebenen Umständen nicht ansatzweise verstehen konnten. Die beiden Hauptverantwortlichen, Kahn & Salihamidzic, sind mittlerweile auch längst FCB-Historie – und zwar auf ihren ehemaligen Positionen sicherlich nachhaltiger als ihr Opfer Nagelsmann.
Der 36-Jährige wäre auch der Favorit von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der allerdings eigenartigerweise mutmaßt, dass dieser an der Säbener Straße unter den Bossen Gegner hätte. Ehrlich gesagt, keine Ahnung, wen der Loddar damit meinen könnte. Uli Hoeneß soll ein Fan und Befürworter der Rückkehr von Nagelsmann sein, Jan-Christian Dreesen hat sich schon vor einiger Zeit positiv zu einer Rückkehr geäußert, Präsident Herbert Hainer bereits vor einem Jahr sein Unverständnis über die Entlassung und die damaligen Umstände geäußert. Zudem soll Max Eberl Nagelsmann bereits intensiv kontaktiert haben. Wer bleibt noch? Rummenigge?
Nagelsmann musste im März 2023 nach einer 1:2-Niederlage bei Alonsos Leverkusen gehen, welche – wie fast alle FCB-Niederlagen der letzten zwei drei Jahre – unter kuriosen Umständen zustande gekommen war. Die 1:0-Halbzeit-Führung der Bayern hatte die Werkself mit zwei Elfmetern gedreht, die beide erst unter VAR-Beteiligung zustande gekommen waren.
Julian sollte eine Chance bekommen, um sich an Xabi in gewisser Weise zu rächen … und weil ich seine Pressekonferenzen so sehr geliebt habe. Offen heraus, kein Blatt vor den Mund nehmend. Gegen die Medien (BILD!) und auch das „weichgespülte Pack“ der Schiedsrichter bekam nicht selten sein Fett ab. Zurecht. Und auf herrliche Weise!
Am vergangenen Wochenende musste ich deswegen wieder vermehrt an den Julian denken – und auf ihn hoffen! Die Bayern ihrerseits mussten erneut unter Harm Osmers & Co leiden, sämtliche Konkurrenten konnten sich dagegen zum wiederholten Male auf die Unparteiischen verlassen!
In München rettet der Dortmunder Hummels per Kung Fu Abwehr mit Handbeteiligung im eigenen Strafraum.
Der BVB-Torschütze zum 2:0, Julian Ryerson, hätte zu dem Zeitpunkt schon für fast eine Stunde nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Sein Tritt in die Achillessehne von Jamal Musiala wurde in dieser BL-Saison eigentlich jedes einzelne Mal mit einem Platzverweis bestraft, zuletzt häufiger früh im Spiel bei Leverkusen-Gegnern. Nie zeigte sich dabei nur ein einziger Schiedsrichter, ob absichtlich oder nicht (ist das eigentlich nie!) so empathisch, dass man ein derartiges Foul durch gewunken hätte. Ausnahme nun: Bei einem FCB- und natürlich(!!) BVB-Spiel.
Das gestrige Foul vom Heidenheimer Nikola Dovedan gegen den VfBler Maximilian Mittelstädt in der 6. Minute der Nachspielzeit war wesentlich harmloser als das Ryerson-Foul, wurde aber von Felix Zwayer sofort und ohne das geringste Zögern mit Rot bedacht! Sechs Minuten Nachspielzeit waren in der gestrigen Partie schon ein Witz, Zwayer ließ dann noch einmal um einiges länger nachspielen, bis Stuttgart dann doch noch zum 3:3 traf.
Harry Kanes spätes Anschlusstor wurde vom VAR – der zweimal zuvor merkwürdig tatenlos war – so lange geprüft, bis man irgendeine (dubiose) Einstellung fand, in welcher man eine Abseitsstellung um eine Zehennagellänge beweisen konnte, eher wollte. Im Stadion waren wir uns sicher, dass es kein Abseits gewesen sein konnte. Und die Kameraeinstellung, die ich dann später im TV (ZDF) bekommen habe, die Harry minimal im Abseits zeigen sollte, war eigenartigerweise ohne den Flankengeber Mazraoui. Man hatte das dumpfe Gefühl, dass die Einstellung nicht den Zeitpunkt der Flanke wiedergegeben hat. Dass eine manipulative mediale Spielaufbereitung schon lange mit katastrophalen SR-Leistungen einhergeht, ist seit langem Usus.
Ach ja: Patrik Schicks Siegtreffer für Leverkusen in der Nachspielzeit wurde wohl aus ähnlicher Position wie Harrys Treffer erzielt. Eine (längere) VAR-Überprüfung ist nicht bekannt.
Julian Nagelsmann, übernehmen Sie bitte, am allerliebsten als Trainer des dann frisch gebackenen Europameisters Deutschland!
PS: Eine Quizaufgabe: Im Heimspiel gegen Darmstadt 98 am 28. Oktober 2023 sah zunächst Joshua Kimmich Rot wegen Notbremse, nachfolgend – SR Petersen hatte nicht die geringste Wahl – noch zwei Darmstädter Spieler. Wann aber wurde davor zuletzt in einem BL-Spiel des FC Bayern ein gegnerischer Spieler des Feldes verwiesen? Kleiner Spoiler: Es ist nahezu unfassbar!
