Bitter und unnötig: Die FCB-U19 scheitert im Viertelfinale der Youth League

Es sollte nicht sein: Letztendlich entschieden aus Münchner Sicht acht katastrophale Minuten (32. bis 40.) die UEFA Youth League Viertelfinal-Partie zwischen dem FCB und Olympiakos Piräus. Zuvor waren die im Schnitt um fast ein Jahr jüngeren Bayern gegen die körperlich wesentlich robusteren Griechen auf dem FCB-Campus nicht nur die talentiertere sondern auch die bessere Mannschaft. Leider patzte in diesem Zeitraum der gesamte Defensiv-Verbund des Rekordmeisters dreimal katastrophal und Piräus ging mit einem viel zu hohen 3:0-Vorsprung in die Halbzeitpause. Trotz eines einzigen Sturmlaufs der U19 des FCB gelang in Halbzeit 2 nur noch der 1:3-Anschlusstreffer durch U17-Weltmeister Robert Ramsak (Titelbild).

Letztendlich setzte sich nicht das talentiertere, sondern das robustere Team durch. Trost für den Nachwuchs des Rekordmeisters: Die Startelf lief mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 17,4 Jahren auf – fünf 18-Jährige, fünf 17-Jährige und ein 16-Jähriger (der Schwede Kusi-Asare). Ein absolut außergewöhnlicher Altersdurchschnitt so spät in der Saison. Rein theoretisch könnte die komplette Mannschaft auch im nächsten Jahr an diesem Wettbewerb teilnehmen – und wäre in diesem Fall sicherlich haushoher Favorit auf den Titel.

Piräus war – ohne jetzt als schlechter Verlierer dazustehen – ein unsympathischer Gast. Obwohl sich der amtierende griechische U19-Meister sicherlich keineswegs über die Leitung des insgesamt wenig souverän leitenden israelischen Schiedsrichtergespanns beschweren konnte, tat dies während der gesamten ersten Halbzeit fast die ganze griechische Bank permanent. Trauriger Höhepunkt: Eine Tätlichkeit des Cheftrainers an der Auslinie gegen einen jugendlichen FCB-Spieler. Zumindest da zeigte der SR konsequent glatt Rot. Eine sehr lange internationale Sperre für den Übeltäter wäre angemessen – wir sprechen hier nicht von Monaten.

Die Mätzchen der U19 von Piräus, um in der 2. Halbzeit den Vorsprung über die Zeit zu bringen, aber auch um in Halbzeit 1 Fouls zu schinden, waren für eine Mannschaft in dieser Altersstufe ebenfalls bedenklich.

Die Bayern-Bubis müssen sich dagegen den Vorwurf gefallen lassen, zuerst in der 1. Halbzeit in der Defensive über acht Minuten kollektiv geschlafen zu haben, um dann in der absolut überlegen geführten 2. Halbzeit Chancenwucher zu betreiben. Dass der israelische SR einen glasklaren Elfmeter nach Foul an Lovro Zvonarek nicht gegeben hat, passt zu einem derartigen Spiel(verlauf). Tatsächlich wartet man dann darauf, dass der VAR gerechterweise eingreifen MUSS. Den gibt es aber nicht im Nachwuchsfußball.

Die Stimmung auf dem Campus: Es war wie immer im Campusstadion – ob in der U17- oder U19-Bundesliga oder auch international gegen Teams aus Belgrad, Istanbul oder Zagreb: Die stimmungsbereiten FCB-Fans, allen voran die Fanszene, lassen den eigenen Nachwuchs im Stich. Dagegen bringt der Gegner regelmäßig einen fürchterlich primitiven für Nachwuchsspiele ungeeigneten Mob mit. So war es auch heute gegen Olympiakos. Frustrierend.

Das Positive an so einer wirklich bitteren und unnötigen Niederlage: Es bleibt die Gewissheit, dass einige der heute unterlegenen FCB-Jungs aufgrund ihres Talents sicherlich ganz gute Chancen haben werden, im Spitzenprofi-Fußball zu landen. Die heute körperlich klar überlegenen Gewinner aus Griechenland verlieren ihren Vorteil, sobald sie in den Seniorenfußball einsteigen.

Folgende FCB-Spieler haben gespielt:

Schmitt – Scholze, Manuba, Wimmer, Hennig – Zvonarek, Fernández, Asp Jensen (46. Aséko) – Aznou (46. Licina), Ramsak, Kusi-Asare

Ersatzspieler:

Klanac – Wimmer, Rüger, Richter, Sadat

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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