Der Tod von Kaiser Franz Beckenbauer hat beim FC Bayern und seinen Fans tiefe Trauer hinterlassen. Offen ist nach wie vor, in welcher Form die Lichtgestalt des deutschen Fußballs dauerhaft und angemessen geehrt werden soll. Der FCB-CEO Jan-Christian Dreesen denkt dabei nicht an die ganz große Lösung wie so viele Bayernfans..
„Die Allianz Arena in der Franz-Beckenbauer-Allee Nr. 5 – das wäre doch sensationell„, wird Jan-Christian Dreesen vom Münchner Merkur / tz zitiert. Die legendäre Nummer 5 war über große Teile seiner Spielerkarriere die Rückennummer des Erfinders des damals modernen Liberos. Dass eine Straße nach ihm benannt werden könnte, hat schon Münchens OB Dieter Reiter als Möglichkeit genannt. Aktuell lautet die Anschrift der Heimstätte des FC Bayern Werner-Heisenberg-Allee 25, benannt nach dem 1976 in München verstorbenen Physiker.
Nach dem Tod von Beckenbauer war bei vielen FCB-Fans die Idee aufgekommen, das Stadion selbst nach ihm zu benennen. Auch die FCB-Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld brachte diese Variante ins Gespräch. Weil die Namensrechte allerdings bis 2041 an die Allianz vergeben sind, scheint dies nicht realistisch. Zumindest wenn man – anders als der Franz selbst in verschiedenen Funktionen – wenig fantasievoll mit der Angelegenheit umgeht.
Warum kann das Stadion nicht, wie bereits von vielen Anhängern begeistert quittiert, Franz-Beckenbauer-Allianz Arena heißen? Ein wunderbares Wortspiel. Zumal der noch junge Kaiser selbst Allianz-Lehrling war, wie Uli Hoeneß bei seiner großartigen Trauerrede auch noch einmal ausdrücklich in einer herrlichen Anekdote wissen ließ. Es würde sich für den Münchner Versicherungskonzern sicherlich auch nicht negativ auswirken, in einem Namen mit dem größten deutschen Fußballspieler aller Zeiten vermengt zu sein. Eher im Gegenteil.
Neben der möglichen Benennung einer Straße nach Beckenbauer will ihn der Klub zusätzlich auch mit einer Statue verewigen: „Wenn man das Denkmal zu Ehren von Gerd Müller auf der Esplanade vor der Allianz Arena betrachtet: Da passt der Franz doch gut daneben„, meint Dreesen hierzu. Ganz im ernst: Alles andere wäre fast schon ein Skandal!
Der FC Bayern wird allerdings nicht alleine entscheiden, wie der Kaiser geehrt werden soll. Am Donnerstag nimmt der Vorstandschef an einem Treffen ehemaliger Wegbegleiter des Kaisers mit seiner Witwe Heidi teil. Auch die Familie des Verstorbenen soll mitentscheiden, wie der großen Bayern-Legende zu gedenken ist.
