Dem FC Bayern droht die zweite insgesamt unbefriedigende Transferperiode in Folge: Nachdem die letzte im Sommer bis zur Harry-Kane-Verpflichtung eigentlich hervorragend gelaufen war, verpatzte man die Endphase komplett und sie endete in einem desaströsen Deadline Day.
Die Versäumnisse sollten nun im Winter kompensiert werden, was jedoch bislang erneut extrem schwer fällt. So langsam ist aber Geiz gar nicht mehr geil! Denn gestern bezahlte Tuchels Truppe den Heimsieg gegen Union Berlin zusätzlich noch sehr teuer: Mit Konrad Laimer und Dayot Upamecano haben sich zwei weitere Stammspieler verletzt. Ihr wochenlanger Ausfall erhöht den ohnehin schon beträchtlichen Transferdruck, der auf dem Rekordmeister lastet.
Der französische Vize-Weltmeister soll wegen eines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel rund drei Wochen ausfallen, der österreichische Allrounder könnte den Bayern sogar noch wesentlich länger fehlen. Die schon vorher nicht sonderlich üppige Auswahl von Thomas Tuchel reduziert sich damit auf ein kaum noch akzeptables Mindestmaß. Mit dem ebenfalls verletzungsanfälligen Matthijs de Ligt und Neuzugang Eric Dier, der schon gegen Union „ins kalte Wasser springen“ musste, wie der FCB-Cheftrainer passend formulierte, stellt sich die Innenverteidigung derzeit von selbst auf, solange Minjae Kim zusätzlich mit Südkorea beim Afrika-Cupin Katar aktiv ist.
Auf der rechten Defensivseite stellte Laimer bereits eine Notlösung dar, jetzt müssen dort eventuell Joshua Kimmich oder Raphael Guerreiro aushelfen. Es wäre definitiv unverantwortlich, wenn diese dramatische Personalsituation in den Plänen der Verantwortlichen für die letzten Tage des Transferfensters (bis inkl.1. Februar) keine entscheidende Rolle spielen würde. Ein rechter Außenverteidiger, der im Idealfall auch innen helfen kann, scheint fast schon Pflicht.
Nachdem Sportdirektor Christoph Freund einer Verpflichtung von Kieran Trippier von Newcastle United im Rahmen des Spiels gegen Union eine offensichtlich endgültige Absage erteilt hat, richtet sich der Fokus erneut auf Nordi Mukiele. Allerdings ist der FC Bayern mit dessen Arbeitgeber Paris Saint-Germain zuletzt auch kaum vorangekommen. Jedoch weiß wohl auch der französische Serienmeister um den noch größeren bayerischen Handlungsbedarf, der sich durch die Ausfälle von Laimer und Upamecano ergibt. Eventuell muss der deutsche Rekordmeister nun bei Mukiele in den sauren Apfel beißen und noch tiefer in die Tasche greifen. Die Alternative wäre angesichts der hohen Saisonziele fahrlässig: Die großen Ziele in der Champions League und im Fernduell mit Bayer Leverkusen mit dem jetzt noch vorhandenen Personal erreichen zu wollen, erscheint aktuell nahezu unmöglich.
Und die Verantwortlichen an der Säbener Straße sollten sich an einen Beschluss des FCB-Aufsichtsrat früh in der Sommertransferphase erinnern: Man gab netto 150 Millionen EURO frei, um sich für die laufende Saison zu verstärken. Stattdessen kam am Ende sogar ein kleines Transfer-Plus heraus. Und jetzt wird weiterhin gekleckert?!
Der von Medien und Anhängerschaft viel kritisierte FCB-Coach Thomas Tuchel ist wahrlich nicht zu beneiden. Für viele Probleme und Engpässe ist er definitiv nicht verantwortlich zu machen.
Titelbild: FCB-Sportdirektor Christoph Freund – im Sommer noch nicht für die Transfers verantwortlich. Wie viel Geld, wie viel Handlungsspielraum steht ihm nun zur Verfügung? Ist der FCB bereit, noch einmal satt Geld für einen erfolgreichen Saisonabschluss in die Hand zu nehmen?

Es wird Zeit, dass Maxi Eberl in der Säbener aufschlägt!
Christoph Freund ist sicherlich ein Guter, aber er kann sich IMHO nicht gegen die „knickrigen“ Bosse durchsetzen.