Die aktive Fanszene des FC Bayern in der Südkurve hat beim Bundesliga-Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim den Protest gegen den Investoren-Deal der Deutschen Fußball Liga (DFL) fortgesetzt. Der frühere Kommentator Marcel Reif kritisiert dies scharf, vor allem weil dieses Spiel ganz im Zeichen der Trauer um Franz Beckenbauer stand.
Der geplante Investoren-Deal der DFL stößt den meisten Fanszenen der Vereine aus der Bundesliga und 2. Bundesliga sauer auf. Auch am 17. Spieltag wurde während der ersten zwölf Spielminuten geschwiegen und im Anschluss ein lautstarker Gesang gegen den Liga-Verband angestimmt. Die Hoffenheimer Fans schlossen sich in München diesen Aktionen in München nicht an, was wohl auch bei den Leipzigern, Wolfsburgern und Leverkusenern möglich wäre.
Nach dem Schlusspfiff der Partie zeigte sich bereits FCB-Coach Thomas Tuchel aufgrund der teilweise ausgesetzten Unterstützung durch die eigenen Anhänger irritiert. Die Stille in der Allianz Arena habe der Mannschaft nicht geholfen, zu ihrem Rhythmus zu finden. Bei BILD TV geht Marcel Reif nun noch härter mit der FCB-Fanszene ins Gericht, weil die Partie im Zeichen des verstorbenen Franz Beckenbauer stand: „Wir sprechen über München, da stirbt Franz Beckenbauer — wenn du es dann nicht mal hinbekommst, ein bisschen umzudenken und zu sagen: ‚Pass auf, wir können ja wieder, aber heute nicht‘, das kann ich nicht nachvollziehen.„
Mit dieser Meinung hätte der insgesamt bei den FCB-Fans nicht sonderlich beliebte Reif am letzten Freitag in der Arena viel Zustimmung bei den restlichen FCB-Fans gefunden. Leider gelang diesen nur kurzzeitig, gegen den politischen Stimmungsboykott der eigentlich „aktiven Fanszene“ anzukämpfen: „Gute Freunde kann niemand trennen“ – sei Dank!
Laut Reif sei überhaupt zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht klar, welche Auswirkungen ein Investor tatsächlich auf die beiden höchsten deutschen Ligen haben könnte. „Ihr tut so, als sei der deutsche Fußball endgültig an irgendwelche Saudis verkauft worden„, sagte der frühere Sky-Kommentator, „da kannst du nur den Kopf schütteln. Es ist unangemessen, ein falsches Verhalten am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt.“
Marcel Reif gegen die eigene Fanszene: Es kommt wahrscheinlich selten vor, dass Ersterer mit seiner Meinung mehr Sympathien beim Rest der FCB-Fans vereint! Auch der Kaiser selbst hätte in einem derartigen Kontext nur mit dem Kopf über die eigene Südkurve geschüttelt!
Titelbild: Die Südkurve, die sonst teilweise großartige Choreographien auf die Beine stellt, erinnerte am Freitag nur mit dem Banner „Die Lichtgestalt geht auf die letzte Reise – Ruhe in Frieden, Kaiser!“ an Franz Beckenbauer. Auch das wurde auf den Social Media scharf von den anderen Fans kritisiert. Dazu muss man aber auch sagen, dass eine angemessene Choreo mehr als die gerade einmal zur Verfügung gestandenen vier Tage braucht. Gegen Werder und Union muss da aber noch nachgelegt werden!
