„DINERO O GLORIA“ – „GELD ODER RUHM“ so lautete tatsächlich in riesigen Lettern die Überschrift auf der Titelseite der spanischen Sportzeitung MARCA mit Redaktionshauptsitz in Madrid hinsichtlich des möglichen Wechsels vom FCB-Linksverteidiger Alphonso Davies zu Real Madrid. Damit es bei diesem sehr merkwürdigen Statement keine Verwechslung geben kann, wurde Dinero (Geld) mit dem Bayern-Logo versehen, während das königliche Wappen in die Gloria, den Ruhm eintaucht.
Seit Sommer berichten MARCA & Co, dass Real Madrid am 23-jährigen kanadischen Nationalspieler großes Interesse hätte und dieser auch mit großer Wahrscheinlichkeit im Sommer 2024 nach Madrid wechseln möchte. Dass dieses Szenario überhaupt entstehen konnte, hat sich der deutsche Rekordmeister jedoch durch die Entlassung von Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit all den chaotischen Nebenerscheinungen selbst eingebrockt. Phonzies Berater Nick Huoseh weilte zum Saisonfinale bereits in München, eine Vertragsverlängerung über 2025 hinaus schien nur noch Formsache zu sein. Der Fan-Liebling wollte generell in München bleiben und eine beträchtliche Gehaltserhöhung für das Mitglied von Bayerns Next Generation war auch bereits fixiert. Es kam anders.
Dass die Verhandlungen über eine Kontraktverlängerung dann für einige Zeit ausgesetzt wurden, hatte jedoch primär keineswegs mit Phonzies großem Interesse an einem Wechsel in Spaniens Hauptstadt zu tun. Eher mit dem insgesamt sehr komplizierten FCB-Transfersommer und anderen Prioritäten. Das Arbeitspapier des Kanadiers war ja schließlich auch noch zwei Jahre lang gültig, grundsätzlich keine Eile geboten. Die Medien griffen das Thema dennoch liebend gerne auf.
Die MARCA gilt als die Hauspostille von Real Madrid, jedes Thema wird zu Gunsten des Rekordgewinners in der Champions League ausgelegt. Die Überschrift vom Ende der Woche ist jedoch an Arroganz und Überheblichkeit wie auch an Unwissenheit kaum zu überbieten. Seit einem halben Jahrhundert bewegt sich der deutsche Rekordmeister in der europäischen Fußball-Königsklasse auf Augenhöhe mit Real Madrid. Zudem ist der FC Bayern – ganz im Gegensatz zu den spanischen Clásico-Gegnern Madrid und Barcelona – ein Verein, der ausschließlich seriös agiert, was die Finanzen betrifft. Man zahlt in München im internationalen Vergleich keine übertrieben hohen Gehälter. Die madrilenische Geschichte hat da wohl ganz andere Stories parat. Der FCB ist kein neureicher Klub à la Newcastle United.
Viel wird aktuell darüber spekuliert, wie hoch die Angebote von Bayern und Madrid sind. Die MARCA berichtet dabei von einer höheren Münchner Offerte, was dann in dieser unpassenden Headline mündete. Als Bayernfan kann man aktuell nur hoffen, dass die Bestia Negra in dieser Saison bei den Bayern wieder erwacht. Diesen Namen hat sich der FCB über Jahrzehnte verdient, u.a. Real Madrid in München zweimal mit 4:1 aus dem Stadion geschossen (1987, 2000), zweimal das Bernabeú erobert (2000 – 4:2; 2001 – 1:0) – zwischen 2014 und 2018 hat man diese Erfolgsstory jedoch leider abrupt beendet.
Wie schön wäre es doch, wenn man Madrid 2024 in der CL souverän besiegen (ausschalten) würde, Phonzie dabei einen äußerst wertvollen Beitrag leisten würde und dann anschließend genüsslich seine Unterschrift unter einen adäquaten Vertrag an der Säbener Straße setzen würde. DINERO Y (und) GLORIA für Bayern!

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