Riskieren die Marokkaner wegen eines Turniererfolgs schon wieder die Gesundheit des FCB-Spieler Noussair Mazraoui? Bei der WM 2022 in Katar war er trotz einer nicht komplett überstandenen Covid19-Infektion zu früh wieder eingesetzt worden, um dann anschließend sehr lange für seinen Arbeitgeber in München aufgrund einer Entzündung des Herzbeutels auszufallen. Und nun widerspricht Marokkos Trainer Walid Regragui erneut den Ärzten des FC Bayern bei der Einschätzung der aktuellen Wadenverletzung des 26-Jährigen. Er möchte den FCB-Rechtsverteidiger beim Afrika-Cup (13. Januar bis 11. Februar 2024) so schnell wie möglich einsetzen.
Der Rechtsverteidiger zog sich Mitte Dezember im Champions-League-Spiel der Bayern bei Manchester United einen Muskelbündelriss in der linken Wade zu. Trotzdem will ihn Marokkos Trainer zum Turnier in der Elfenbeinküste mitnehmen und so früh wie möglich spielen lassen. Den Ärzten des Rekordmeisters widerspricht er bei der Einschätzung über die Länge der Pause.
“Noussair hat sich bei Bayern eine Wadenverletzung zugezogen. Unser Mannschaftsarzt ist nach München gereist, um das genaue Ausmaß der Verletzung zu erfahren. Die Bayern gehen davon aus, dass er sechs Wochen ausfallen wird. Wir gehen von drei bis vier Wochen aus.”
Weiter kündigt der Coach an: “Er wird mit uns reisen und wir werden ihn so vorbereiten, dass er hoffentlich im zweiten oder dritten Spiel oder im Achtelfinale dabei sein kann. Er ist ein wichtiger Spieler für uns.”
Aufgrund der FIFA-Statuten sind die Vereine gezwungen, Spieler für ihre Nationalmannschaften abzustellen. Die Münchner Verantwortlichen können sich also nicht gegen die Nominierung Mazraouis wehren. Sollte der 26-Jährige seine Verletzung nicht richtig ausheilen lassen und zu früh wieder auf dem Platz stehen, besteht die Gefahr, dass er sich noch schlimmer verletzt und somit am Ende erneut länger ausfällt.
FC Bayern Total: Es ist ein weiterer FIFA-Skandal, dass sich die Klubs nicht gegen verantwortungslose Nationalverbände wehren können und dann anschließend alleine die Folgen tragen müssen. Sollte Mazraoui nach dem Turnier aufgrund einer verantwortungslosen Entscheidung tatsächlich länger ausfallen, müsste der marokkanische Verband sein Gehalt so lange weiter zahlen, bis er wieder auf dem Feld stehen kann. Zusätzlich eine Entschädigungszahlung in ähnlicher Höhe für den Verein. Besser wäre es allerdings, wenn die Vereine mehr Mitspracherecht hätten und verantwortungslose Einsätze in den Nationalmannschaften verhindern könnten.

Ein Kommentar zu “FIFA-Skandal: Riskiert Marokko erneut einen längeren Ausfall des FCB-Spielers Mazraoui?”