Auch wenn die Leistung des FC Bayern beim gestrigen souveränen 3:0-Sieg im BL-Spitzenspiel gegen den VfB Stuttgart wohl die beste in dieser Saison war, kann sie nicht über die Tatsache hinweg täuschen, dass sie quasi mit dem allerletzten Aufgebot erzielt wurde und dass dringendster Bedarf besteht, in der Winterpause den Kader aufzustocken.
Dazu meint FCB-CEO Jan-Christian Dreesen im kicker: „Wir wollen was suchen und sind dabei“. Um dann noch zu ergänzen: „Das Winter-Transferfenster ist immer kompliziert, sehr kompliziert.“ Eigentlich hält sich der Rekordmeister bei Transfers im Januar eher zurück, hat aber auch schon Handlungsfähigkeit bewiesen, wenn sich entsprechende Bedarfe ergeben haben. Erinnert sei an den diesjährigen Jahresbeginn, als mit Daley Blind, Joao Cancelo und Yann Sommer gleich drei Neuzugänge kamen. Obwohl gerade der Cancelo-Deal gefeiert wurde, verließen aber alle drei genannten den FCB wieder im Sommer.
So sollen ihre Nachfolger im Januar 2024 nach Möglichkeit sicherlich langfristigere Spuren an der Säbener Straße hinterlassen. Dem kicker zufolge drückt der Rekordmeister dabei durchaus auf die Tube, will möglichst schnell zumindest zwei Neuzugänge unter Vertrag nehmen. Der größte Handlungsbedarf besteht nachweislich in der Defensive, in welcher sich in dieser Spielzeit die Verletzungen gehäuft haben.
Dass sich die Vereinsverantwortlichen definitiv nicht allzu lange Zeit lassen können, zeigt auch der Blick auf den Terminkalender: Bereits am 12. Januar starten die Münchner mit einem Heimspiel gegen Hoffenheim ins Neue Jahr. Dann fehlen auch für einige Wochen der gestern überragende Minjae Kim (Asienmeisterschaft) und Eric Maxim Choupo-Moting (Afrikameisterschaft), Noussair Mazraoui sowieso (Muskelverletzung und / oder Africa-Cup).
Spannend dürfte die weitere Entwicklung und Bewertung auf der Sechser-Position sein. Sowohl Aleksandar Pavlovic als auch Raphael Guerreiro haben gegen den VfB überragend agiert. Ist das das Aus für den sehr teuren Palhinha-Deal?
PS: Dreesens zaghafte Worte mit dem Verweis auf die Kompliziertheit der Januar-Transfers sind hoffentlich kein Hinweis darauf, dass die Vereinsverantwortlichen nach dem Deadline Day bzw. der gesamten letzten Transferphase im Sommer auch die Wintertransferphase verdaddeln könnten und jetzt schon nach Ausreden suchen.
