Auch wenn der 1:0-Siegtreffer des FC Bayern durch Kingsley Coman im CL-Auswärtsspiel bei Manchester United kurz nach seiner Einwechslung fiel und er in der Vorentstehung am Tor beteiligt war, zählte Thomas Müller gestern nicht zu den großen Protagonisten des Rekordmeisters auf dem Spielfeld. Das änderte sich aber nach Spielende sehr rasch.
Nach dem Schlusspfiff gingen die Bayern-Profis – wie gewohnt – geschlossen in die Kurve, wo sie sich gestern von den mitgereisten Fans den verdienten Applaus für eine souveräne und konzentrierte Leistung abholten. Im Anschluss mussten die Reservisten, darunter die spät eingewechselten Müller, Mathys Tel und Raphaël Guerreiro wie die nicht eingewechselten Eric Maxim Choupo-Moting, Frans Krätzig und Aleksandar Pavlovic noch ein kurzes Auslaufen abspulen.
Müller & Co. liefen dabei in Richtung der FCB-Fans, die nach Abpfiff aus Sicherheitsgründen – wie bei CL-Spielen üblich – noch eine Weile im Stadion bleiben mussten. Kurz bevor das Sextett wieder kehrt machen wollte, brandete tosender Jubel auf. Der 20-jährige Krätzig ließ sich vor Freude zu einem beherzten Hopser animieren und der Ur-Bayer Müller beendete die nächste Runde rutschend auf Knien. Angesichts des nicht enden wollenden Szenenapplauses kamen die Jungs auf dem Rasen gar nicht mehr aus dem Grinsen heraus.
„Die Fans von den Bayern sind da hinten noch und jeder Sprint von Thomas Müller wird gefeiert“, stellte Moderator Sebastian Hellmann bei Amazon Prime dieses Mal mit Bewunderung fest, nachdem er sich zuletzt schon auch mal herablassend über die Anhängerschaft des FCB geäußert hatte.
Manuel Neuer kommentierte die große Sympathiebekundung der Fans, auch indem er die Wichtigkeit seines langjährigen Kollegen als Anführer hervorhob: „Er ist ein klares Vorbild. Und wichtig nach Spielen wie gegen Frankfurt, wir dürfen die Basics nicht verlieren. Dafür sind Spieler wie ich und Thomas verantwortlich, dass wir das in der Mannschaft kommunizieren. Der Thomas ist sich auch nicht zu schade, was zu sagen, wenn er mal nicht spielt. Auf dem Platz haben wir ihn eh am liebsten.“
