FCB-Mitglied Michael Ott: Benützt er den Verein für seine eigene Karriere?

Seit der FCB-Jahreshauptversammlung 2021 ist der 30-jährige Jungjurist Michael Ott vielen FCB-Mitgliedern ein Begriff und für die Vereinsbosse ein ziemlich nerviges Schreckgespenst. Auf der wegen der Corona-Pandemie sehr schlecht besuchten JHV hatte Ott – ganz im Sinne der FCB-Fanszene – medial vielbeachtet den Katar-Deal des FC Bayern kritisiert. Seitdem benutzen die Medien das FCB-Mitglied, um Negativschlagzeilen gegen den Rekordmeister produzieren zu können.

Schon sein JHV-Auftritt 2021, aber auch der von 2022 zeigten, dass der Jurist bei den anderen Vereinsmitgliedern fast den Beliebtheitsgrad von Didi Hamann als TV-Experte inne hat. Bei den Medien genießt er aber seitdem – wenig überraschend – große Popularität. Und vielleicht versucht er selbst dies auch auszunützen, um seine eigene Karriere als Jurist voranzutreiben? Es dürfte ihm in seinem Beruf wohl auch verhältnismäßig egal sein, wenn ihn künftig auch Bayernhasser als Rechtsbeistand kontaktieren werden.

Hatten Otts Katar-Kritikpunkte zumindest in der Fanszene noch Anklang gefunden, könnte sein heutiger Auftritt und Antrag auf der JHV 2023 vielleicht seine Karriere als FCB-Präsidiums-Chefkritiker (sorry Gregor Weinreich! 😉 ) beendet haben.

Mit seinem heutigen Antrag versuchte Ott eine lange in Zusammenarbeit von Verein und Mitgliedern vorbereitete Satzungsänderung zu torpedieren. Er sieht angeblich das Antragsrecht der Mitglieder in Gefahr. Er kritisiert, dass laut Satzungsänderung das Ermessen des Ehrenrats über die Zulassung von Anträgen entscheiden wird. Laut Ott sind damit Willkür Tür und Tor geöffnet. Das FCB-Präsidium (federführend Dieter Mayer) hält seinen Antrag für ausgewogener und plädiert dafür, gegen den Antrag von Michael Ott zu stimmen.

Der Junganwalt scheitert letztendlich mit seinem Antrag, während die Satzungsänderung des FCB mit 92 Prozent der Stimmen angenommen wird. Größte Erleichterung im Präsidium, vor allem beim Vize-Präsidenten Mayer. Eine Schlappe für Ott – obwohl auch heute die Fanszene im Verhältnis zu anderen Fangruppen stark präsent war.

Bei den 17 Wortmeldungen der Mitglieder am Ende der Veranstaltung hatte Ott erneut etwas zu kritisieren: Das Sponsoring des FC Bayern mit „Visit Rwanda“. Jan-Christian Dreesen verteidigt die Partnerschaft im Anschluss. Diese fuße zum einen auf Grassroots-Projekten vor Ort, zum anderen auf Sponsoring. Ruanda brauche Entwicklung, hier könne der FC Bayern unterstützen.

Wie man wirklich die Bedürfnisse der FCB-Mitglieder erfasst, zeigte Fabian Stammberger von der Schickeria, der diejenigen FCB-Mitglieder, die beim Galatasaray-Heimspiel ihre Tickets mit riesigen Gewinnspannen an Auswärtsfans weitergegeben haben, scharf kritisierte und dafür großen Applaus von Mitgliedern und Bossen in der Rudi-Sedlmayer-Halle erhielt. Der Verein möchte sich dieser Sache annehmen.

Bei Michael Ott kann man nun nur hoffen, dass er mit seinen medialen Publicity-Aktionen nun derart viel Feedback bekommt, dass er auf künftigen JHV (die ab 2024 schlicht Mitgliederversammlungen heißen) nicht mehr auftreten muss, weil er sich auf seine Mandanten konzentrieren muss.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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