Kein CL-Heimspiel für Galatasaray in München

Der FC Bayern hat im Vorfeld des gestrigen Champions League Heimspiels gegen Galatasaray Istanbul drei Mails an die eigenen Jahreskartenbesitzer geschickt, dass man den offiziellen Zweitmarkt des Vereins nützen soll, wenn man selbst nicht zum Spiel gehen möchte und seine Karte anbieten will. Es war vergeblich. Eine inflationär große Anzahl an Karten wurden in FCB-Gruppen und -Fanseiten in den Social Media angeboten. Die Art und Weise ließ einen gewaltigen Schwarzmarkt vermuten – Ziel: Gala-Fans, die bereit sind, jeden Horror-Preis zu zahlen. So war die Nordhälfte der Allianz Arena auch mit vergleichsweise vielen Gästefans besetzt. Das von Gala-Trainer Buruk vollmundig auf der PK vor dem Spiel angekündigte Heimspiel für sein Team fand dennoch nicht statt.

Dazu die Meinungen der Bayernspieler zur Stimmung auf den Rängen:

Leon Goretzka meinte zwar: „Es ist einfach Wahnsinn, wie gerade türkische Fans ihre Mannschaft unterstützen„, wohingegen sich Thomas Müller weniger beeindruckt zeigte: „Es ging eigentlich…Ich hatte fast erwartet, dass noch mehr los ist.

Am lautesten waren die Fans von Galatasaray wohl mit ihren Pfiffen beim Aufwärmen der Teams, wenn es im noch ziemlich leeren Stadionrund besonders hallt.

Goretzka fand die Stimmung „geil„, vor allem nach rund einer Stunde, als Galatasaray durch ein Abseitstor vermeintlich in Führung ging und die Atmosphäre deutlich hitziger wurde. „Unsere Fans haben auch gut dagegengehalten. Das hat man richtig gemerkt. Die wollten zeigen, wer hier Chef im Ring ist. Das hat großen Spaß gemacht.

Letztendlich konzentrieren sich türkische Fans erfahrungsgemäß – auch die von Besiktas haben das in München 2018 so praktiziert – auf lange Pfeifkonzerte mit Buhrufen in Ballbesitzphasen des Gegners oder wenn die Fans des Gegners ihre Gesänge und Rituale anstimmen. Eigene Fangesänge geraten dagegen meist (zu) kurz. Wenn man hierzulande oder in anderen europäischen Topligen von einer großartigen Stadionatmosphäre spricht, bezieht sich das weniger auf fanatisch-feindseliges Verhalten, sondern viel mehr auf einen Support des eigenen Teams durch Fangesänge und Klatschen. Während die FCB-Südkurve dies quasi während des gesamten Spiels praktiziert, konnte man von den zahlreichen Gala-Fans im Stadion über weite Strecken des Spiels gar nichts hören.

Nach Kanes Doppelpack zum vorentscheidenden 2:0 in der 80. und 86. Minute verließen die türkischen Fans in riesigen Scharen die Arena. So gab es beim Anschlusstor in der 93. Minute nur noch einen ziemlich bescheidenen kollektiven Gala-Jubel. Nein, das war insgesamt keineswegs eine feindliche Übernahme der Münchner Arena!

PS: Zu den „Bayernfans„, die ihre Tickets meistbietend an türkische Fans veräußert haben:

Nicht selten muss man auf den Social Media den Begriff „Söldner“ über eigene Spieler lesen, wenn sich Fans über irgendetwas echauffieren. Der Ausdruck trifft sehr häufig wenig zu. Das Schwarzmarkt-Verhalten der Hobby- und Profi-Ticketdealer unter den FCB-Fans ist jedoch eine besondere Art von Söldnertum: Verrat am eigenen Verein, den Spielern und den anderen richtigen Fans. Schämt Euch! Wenn es nur irgendeine Möglichkeit gibt, den Verein von solchen falschen Freunden zu befreien, wenn es sehr wünschenswert, wenn er es umsetzen würde. Konsequent. Knallhart.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

Ein Kommentar zu “Kein CL-Heimspiel für Galatasaray in München

  1. Sehe ich ganz genauso … eher ein armseliger primitiver „Support“.
    War gestern auch im Stadion, ziemlich viele wenig intelligente (harmlos ausgedrückt) unfreundliche Türken in meiner Nähe … da bekommt man auf die FCB-„Söldner“ eine ziemliche Wut.
    Wenn diese Art von Unterstützung für das eigene Team Standard in Erdogans Türkei ist, würde mich dort kein Stadion sehen.
    PS: Da sehnt man sich fast nach Alditüten-Aktionen zurück … herrliche Zeiten damals 😉

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