Auf der soeben zu Ende gegangenen Pressekonferenz vor dem morgigen CL-Spiel bei Galatasaray Istanbul war neben der Lautstärke im Stadion und der Einschätzung von Mauro Icardi, von dem Thomas Tuchel allerdings gehört hat, dass er verletzt nicht spielen kann, der marokkanische Nationalspieler des FCB Noussair Mazraoui, nicht zuletzt wegen seines Instagram-Statements zum eskalierenden Nahost-Konflikt, im Fokus.
Dazu muss man vorab erwähnen, dass – anders als in der Bundesliga – am Wochenende in der Türkischen Süper Lig eine Schweigeminute für die palästinensischen Zivilopfer der israelischen Militäroffensive abgehalten worden war.
Die anwesenden deutschen Journalisten konzentrierten sich bei den Fragestellungen dieses Mal hauptsächlich auf den sportlichen Aspekt, weil Nous zuletzt in Nationalmannschaft und Bundesliga verletzt ausgefallen war. Aufgrund des Verletzungsausfall von Leon Goretzka ist der 25-Jährige eine sehr wichtige Personalie.
Dazu Thomas Tuchel:
„Nous war im Einzeltraining nach seiner Verletzung. Wir haben den Regenerationsprozess aufs Äußerste beschleunigt, immer in Abstimmung mit dem Spieler. Er war voll im Abschlusstraining – wenn keine Reaktion gibt, kann er spielen. Wie lange er spielen kann, hängt davon ab, wie intensiv das Spiel wird.“
Obwohl die Situation um Mazraoui eigentlich klar vom FC Bayern und auf der PK auch von Tuchel dargelegt worden war, scheint dies nicht die Türkei vorgedrungen zu sein. So bohrte wenig später ein türkischer Journalist nach, der das Einzeltraining von Nous als eine Art Straftraining wegen seiner Instagram-Aussagen interpretiert haben wollte. Dem widersprach der 50-jährige FCB-Trainer erneut:
„Wir haben mit ihm gesprochen. Er hat allein trainiert, weil er verletzt von der Nationalmannschaft kam. Wir haben viel mit ihm gesprochen und uns sehr grundlegend mit der Thematik befasst. Nous bleibt im Kader und unserer Spieler.“
Der FCB-Coach antwortete sehr sachlich und nahezu cool. Ob ihm in dem Moment bewusst war, dass ein anderes (anders zu interpretierendes) Statement die angesprochene Lautstärke morgen im Stadion noch einmal um einige Dezibel hätte anschwellen lassen?
