Auch wenn die Anzahl der Ex-FCB-Spieler, die die Fans und Verein mit unnötigen und ärgerlichen Aussagen über den Rekordmeister nerven, ständig ansteigt, gibt es wohl einen, der im Ranking der „unbeliebtesten FCB-Spieler der Geschichte“ fraglos die Ränge 1 bis 3 einnimmt: Der 50-jährige Didi Hamann, von 1989-1998 Kicker des Rekordmeisters. Kaum eine Woche vergeht, in welcher er nicht in Richtung Säbener Straße über FCB-Funktionäre, Trainer oder Spieler nörgelt und raunzt. Nun hat er sich – wieder einmal – den FCB-Chefcoach Thomas Tuchel vorgenommen. Seine Vorwürfe und Kritikpunkte eigentlich lange verbraucht und ausgelutscht. Didi hat offensichtlich nichts besseres gefunden.
Hamann schimpft bei der BILD über das angebliche anhaltende Lamentieren von Tuchel über den dünnen FCB-Kader. Dabei nennt er folgendes Beispiel: Darauf angesprochen, ob Matthijs de Ligt nach längerer Verletzungspause nun schon eine englische Woche vertragen würde und somit am Dienstagabend auch gegen Galatasaray aufspielen könnte, erklärte Tuchel knapp, dass der Innenverteidiger spielen muss. Da mit Dayot Upamecano die einzige Alternative nicht zur Verfügung steht, gebe es keine andere Option. „Wir versuchen jetzt, alle in Watte zu packen. Eine große Verletzungsepidemie können wir uns nicht erlauben auf ein paar Positionen„.
In Anbetracht der aktuellen Verletzungsmisere und der tatsächlich zu dünnen Personaldecke in der FCB-Defensive ist die Aussage vom FCB-Coach die einzig seriöse. Jeder informierte Bayernfan würde in diesem Kontext sinngemäß exakt dieselbe Antwort geben.
Aber dem Didi gefallen solche Aussagen überhaupt nicht: „Das setzt sich ja irgendwann in den Köpfen der Spieler fest. Die sitzen da, die hören das jetzt auch oder die lesen das morgen: ‚Der ist angeschlagen und der und eigentlich ist der Kader zu klein und eigentlich geht das gar nicht.‘ Das setzt sich alles im Unterbewusstsein fest.„
Didi, mal im Ernst: Die Bayernspieler wissen selbst, dass der Trainer ausschließlich eine offensichtliche Engpasssituation beschreibt. Das hat nichts mit Unterbewusstsein zu tun, sondern viel eher mit dem Bewusstsein: Es ist eng, wir müssen zusammen halten und noch mehr zusammen wachsen.
Laut Hamann wird dies aber sowohl Tuchel wie auch dem FCB früher oder später „auf die Füße fallen„. Denn: Auch wenn es die Realität beschreibt(!!), dürfe der Trainer so nicht öffentlich reden. „Und deswegen, ich kann das nicht mehr hören. Der wird gut bezahlt, der ist bei einem der besten Vereine. Natürlich könnten sie ein oder zwei Spieler mehr haben, nur jetzt haben sie noch acht oder neun Spiele bis zur Winterpause, also das werden sie schon durchbekommen„, echauffiert sich Hamann.
Diese „ewige Jammerei“ muss laut Hamann aufhören, „weil das natürlich auch für den Verein und die Mannschaft nicht gut ist„. Als Spieler wolle man solche Kommentare sicherlich nicht gerne hören: „Du musst die Spieler stark machen, sie stark reden.“
Solche Auswüchse machen einen immer noch fassungslos: Vielleicht gab es zu Hamanns aktiver Zeit tatsächlich noch Spieler, die den Kopf ausschließlich zum Kopfballspiel auf dem Hals sitzen hatten. Aber wenn Tuchel den Journalisten nach deren wiederholten und eindringlichsten Fragen kurz die Realität bestätigt, dann kann das keinen halbwegs intelligenten heutigen Spieler erschrecken. Wer PKs mit Tuchel regelmäßig verfolgt: Es gibt keine, in welcher er nicht auf den offensichtlich in der Hintermannschaft zu kleinen Kader angesprochen wird. Kommt die Frage, grinst Tuchel, denn er wusste schon vorher, dass sie gestellt werden würde. Seine Antwort beginnt dann immer mit dem Wortlaut „ich weiß, was sie jetzt von mir hören willen …“ Alternativ könnte er alle auch überraschen, wenn er – entgegen der Realität – plötzlich behaupten würde: „Unser Kader ist absolut groß genug.“ Die Medien hätten dann sofort dafür eine Überschrift parat: „Tuchel macht sich über seine Bosse lustig!“
Und weil der Didi-Mann nicht nur ein unsäglicher Dauernörgler ist, sondern dabei auch noch permanent schlecht informiert ist: Es sind nicht nur „noch acht oder neun Spiele bis zur Winterpause„, sondern 14 … plus zwei Länderspiele!
