Der FC Bayern hat mit der Verpflichtung des englischen Toptorjägers Harry Kane einen neuen Transfer-Rekord aufgestellt, jedoch soll diese Größenordnung nicht zum Tagesgeschäft des Rekordmeisters gehören. In einem Interview mit RTL appelliert der FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß an Vernunft und Mut zur eigenen Jugend, um dem Klub auf wirtschaftlicher Ebene nicht zu schaden.
Der FC Bayern ist zwar der mit Abstand reichste deutsche Fußballverein, doch auf internationaler Ebene wird aufgrund von milliardenschweren Investoren und Scheichs teilweise mit Summen in ganz anderen Größenordnungen jongliert. Ablösesummen und Gehälter steigen kontinuierlich, für Kane mussten sich die Verantwortlichen in den Verhandlungen mit Tottenham Hotspur mächtig strecken, um nach vielen Wochen grünes Licht zu erhalten.
Im Winter muss der Rekordmeister erneut investieren. Die Personaldecke in der Defensive ist dünn, allen voran in der Innenverteidigung drückt der Schuh, auch auf der Sechs sieht Thomas Tuchel Nachholbedarf. Eine große Transfer-Offensive werde es aber trotzdem nicht geben, so Uli Hoeneß im Interview mit RTL: „Wenn wir bis dahin das Gefühl haben, dass wir Ergänzungen brauchen, werden wir das tun. Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen, wir können nicht immer nur darauf achten, dass man im Hier und Heute lebt„. Der 71-Jährige fordert, dass der FC Bayern „die nächsten zehn Jahre gesund bleiben“ soll. Nachhaltiges Wirtschaften sei stets vorgelebt worden, „wir sind stolz darauf, dass wir seit 30 Jahren vom Festgeldkonto leben, dabei soll es auch bleiben„.
Deshalb sollen Nachwuchsspieler die Chance erhalten, wenn sich eine solche durch Verletzungsprobleme ergibt. In der Innenverteidigung wäre Tarek Buchmann zu nennen, der sich von einem Muskelbündelriss erholt. Der 20-jährige Frans Krätzig feierte gegen Bochum sein Profi-Debüt und wurde auch im Pokal in Münster und gegen Freiburg eingesetzt. „Ich bin ganz sicher, dass er irgendwann Stammspieler wird, aber wenn wir nicht die Personalprobleme hätten, wäre Frans niemals zum Einsatz gekommen.“ Die Aufgabe von Sportdirektor Christoph Freund lautet somit, die Durchlässigkeit zu erhöhen und mehr Nachwuchstalente entwickeln zu lassen, die das Potenzial für einen Stammplatz bei den Profis haben.
