Jochen Sauer, der Direktor Nachwuchsentwicklung auf dem FCB-Campus, gibt heute auf der Homepage des FC Bayern ein sehr interessantes Interview. Viele Bayernfans können derzeit – vor allem nach der sensationellen Meistersaison 2019/20 – nicht verstehen, warum der Verein nicht alles tut, dass seine Zweitvertretung, die U21 bzw. U23, bei den Anhängern nur FC Bayern Amateure genannt, von der viertklassigen überharten Regionalliga Bayern in die 3. Liga zurückkehrt. Es scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Die durchaus interessante Antwort von Sauer auf die Frage, ob für den Entwicklungsprozess der FCB-Nachwuchskicker nicht die 3. Liga wesentlich besser geeignet wäre:
„Ja, weil die Herausforderungen für jeden einzelnen nochmal höher sind. Die Gegner sind stärker, es gibt mehr Widerstände zu überwinden und der mentale Druck von außen in teils vollen Stadien nimmt nochmals zu. Es gilt aber auch zu bedenken, dass wir in der 3. Liga auch wieder mehr auf Erfahrung setzen müssten, um die Liga auch langfristig zu halten. Wir müssten uns also wieder älter aufstellen und nehmen damit den jungen Talenten Einsatzminuten weg. Wir wollen aber ganz bewusst mit vielen jungen Spielern bei unseren Amateuren auflaufen, genau wie wir uns ganz bewusst dafür entschieden haben, unsere U19 mehr oder weniger als U18 spielen zu lassen – so wie es in vielen europäischen Ländern ohnehin gemacht wird. Das geht dann vielleicht auch mal auf Kosten eines einzelnen Ergebnisses, schließt aber sportlichen Erfolg auch nicht aus. Am Ende wollen und müssen wir uns daran messen lassen, wie viele Spieler wir im Profifußball und am besten bei unserer eigenen Mannschaft unterbringen. Und da sind wir insgesamt auf einem guten Weg.“
Eine höchst interessante Erklärung, der man nicht zwingend folgen muss, die aber dennoch großen Aufschluss über die Campus-Strategie liefert.
