Die hilflose Suche des FC Bayern nach einem geeigneten Torwart

Immer mehr bewahrheitet sich leider, dass das hundertprozentige Vertrauen der FCB-Verantwortlichen in eine baldige Rückkehr des fünfmaligen Welttorhüters Manuel Neuer ein fataler Fehler sein könnte. Wie nahezu hilflos der sonst in geschäftlichen Angelegenheiten so clevere Rekordmeister in dieser Causa agiert, zeigen die heutigen Ausführungen von Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen anlässlich der Vorstellung von Harry Kane. Beim wochenlangen Transfer-Poker um den englischen Nationalmannschaftskapitän haben die Bayern dagegen in vielen Details viel mehr richtig gemacht als zunächst allseits angenommen worden war.

Das Profil des gewünschten FCB-Torwartkandidaten ist fast schon skurril. Thomas Tuchel formulierte es auf der PK am Freitag, offensichtlich angelehnt an die schon früher von Uli Hoeneß getätigten Aussagen, wie folgt:

„Es ist extrem komplex. Wir suchen jemanden, der das Potenzial und die Persönlichkeit hat, die Nummer eins beim FC Bayern zu sein. Der, wenn Manuel Neuer dann in voller Stärke und Fitness zurückkommt, dann aber auch Manu als Nummer eins akzeptiert. Es stecken sehr viele Konjunktive drin, deswegen ist es sehr komplex. Yann Sommer hat von einer Klausel Gebrauch gemacht, deshalb ist die Situation aktuell so. Wir suchen einen Torwart, es gibt Kandidaten. Aber es gibt noch keinen Abschluss. Bis Manu wieder ins Mannschaftstraining einsteigt, ist es nur mit Sven Ulreich zu wenig.“

Nachdem man den zwischenzeitlichen Stammkeeper Yann Sommer sportlich fair / naiv / fahrlässig zu Inter Mailand hatte abwandern lassen, äußerste sich der FCB-CEO zur aktuellen Torwartsituation heute auf der PK: „Wir sind bei Manuel Neuer zuversichtlich, dass er innerhalb des zweiten Halbjahrs zurückkommen wird. Wir brauchen einen zweiten Torwart„. Außerdem informierte er die anwesenden Journalisten, dass die Bayern vor einem Transfer von FC Chelseas Kepa Arrizabalaga (Titelbild) gestanden waren: „Wir sind sehr dicht dran gewesen, hätten normalerweise mit Kepa einen Torwart heute oder morgen präsentieren wollen, wenn er sich ganz zum Schluss dann nicht doch für Real Madrid entschieden hätte„. Bei den Königlichen wird Kepa als Vertreter von Thibaut Courtois fungieren, der sich einen Kreuzbandriss zuzog.

Manuel Neuer soll also laut Dreesen innerhalb des zweiten Halbjahrs zurückkommen. Wir haben Mitte August, sind also bereits mitten im zweiten Halbjahr, und die Zuversicht des FCB-Vorstandsvorsitzenden beinhaltet auch eine Rückkehr kurz vor Weihnachten …

Zudem ist es bezeichnend für das ganz Dilemma, dass nun erstmals offiziell ein Transferziel genannt wird – das aber nachdem feststeht, dass genau dieser Kandidat nicht nach München kommen wird.

Nicht zuletzt aufgrund der heutigen Aussagen von Dreesen sollte der FCB alle bisherigen Torwartpläne über den Haufen werfen und nach einer zukünftigen Nummer 1 Ausschau halten. Wenn ein Neuner 100 Millionen Euro und mehr wert sein darf, warum nicht auch ein Torwart zumindest 30 Prozent davon? Dann gäbe es wohl einen sehr geeigneten Kandidaten …

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

2 Kommentare zu „Die hilflose Suche des FC Bayern nach einem geeigneten Torwart“

  1. So langsam glaube es wird nichts mehr mit Neuer im Tor, die Ausfallzeit wird immer länger, wenn er überhaupt nochmal zurück kommt. Man hätte Nübel nicht nach Stuttgart verleihen dürfen, man hätte abwarten sollen, ich verstehe schon das Nübel wegwollte, aber jetzt hätte er die Chance gehabt die Nr. 1 zu werden und auch zu bleiben.

Kommentar verfassen