Kommentar von Petersgradmesser
Es ist längst nicht mehr nur ein Kaugummi-Transfer-Poker zwischen Tottenham und Bayern, sondern auch eine Schlacht Fußball-England gegen den deutschen Rekordmeister. Motto: Wie können es die Krauts wagen, unseren Kapitän von der schönen Insel ins Fußball-Nirvana Bundesliga zu locken? Ausgetragen wird dieser Zwist in den Social Media, aber vor allem auch in den Medien. Während sich die deutschen Medien gegenseitig überbieten wollen, wer was zuerst weiß, scheinen sich die englischen Medien einig zu sein, dass man gegen den Wechsel schreibt. Würde sich ein Verantwortlicher des FC Bayern verhalten wie Spurs-Boss Daniel Levy, würde er von der hiesigen Presse längst auf die mediale Schlachtbank geführt werden.
In England ist das anders. Levy scheint sogar so etwas wie den Status eines Fußballhelden zu haben. Dabei versucht er massiv einem der verdientesten englischen Kicker der letzten 20 Jahre einen großen Karriereschritt, eine mögliche Krönung einer bislang ausschließlich individuell erfolgreichen Karriere zu vermasseln. Dass der 30-jährige Harry Kane bislang titellos in seiner Profilaufbahn geblieben ist, liegt wohl am allerwenigsten an ihm selbst. In der Premier League, aber auch international ist Tottenham Hotspur (Ausnahme 2018/19) nicht konkurrenzfähig, nicht titelreif. Der letzte nennenswerte Erfolg liegt 32 Jahre zurück: Der FA-Cup-Gewinn 1991.
Heute Nachmittag berichtet wieder ein englischer Journalist gegen den deutschen Trend, dass auch das letzte FCB-Angebot über mittlerweile insgesamt mehr als 100 Millionen Euro von Mr. Levy abgelehnt wurde. David Ornstein von The Athletic tut dies bestimmt mit Hochgenuss.
Die die Meldung aufnehmenden deutschen Medien sprechen von einem Rückschlag für den FC Bayern. Keine Ahnung, ob man an der Säbener Straße damit gerechnet hat oder nicht. Auf alle Fälle sollte man jetzt nicht mehr nachlegen, sondern auf den gemeinsamen Deadline-Tag mit Harry warten. Dieser ist der Freitag, 11. August. Bewegt sich Levy tatsächlich nicht bis zu diesem Tag, muss er damit rechnen, dass dem Verein 2024, wenn Kane ablösefrei nach München geht, mehr als 100 Millionen in der Kasse fehlen.
Harry & FCB – bitte ab sofort GEMEINSAM und TOTAL KONSEQUENT!
