Neben einer mit Manuel Neuer leider längst noch nicht fitten Nr.1 und einem gutmütigen Ersatztorwart (Sven Ulreich) beschäftigt der FC Bayern derzeit noch zwei wechselwillige Profi-Torhüter, welche grundsätzlich das Okay des Vereins für einen Sommertransfer haben: Für Alexander Nübel bietet der VfB Stuttgart aktuell eine sehr bescheidene Summe für eine einjährige Leihe in Höhe von einer Million Euro und auch Inter Mailand hätte den Schweizer Yann Sommer gerne für eine Schnäppchen-Summe.
Laut aktuellen Medienberichten laufen die Verhandlungen zwischen den Bayern und dem CL-Finalisten auf Hochtouren. Die Italiener versuchen dabei die Ablöse für den 34-Jährigen zu drücken. So berichtet der italienische Transfer-Insider Gianluca Di Marzio, dass eine Einigung deshalb noch nicht in Sicht ist.
Laut Di Marzio möchte Inter weniger als sechs Millionen Euro für Yann Sommer bezahlen. Die Bayern hingegen pochen auf mindestens acht Millionen Euro, jene Summe welche in der Ausstiegsklausel des Keepers verankert ist.
Der Dritte des abgelaufenen Serie A Saison hat auf dieser Position erhöhten Bedarf, weil er seinerseits seinen Stammtorhüter André Onana (27) an Manchester United verlieren wird. Dieser wird bei den Mailändern für einen rekordträchtigen Transfergewinn sorgen. Der kamerunische Torwart wechselte im Sommer 2022 ablösefrei(!) nach seinem Vertragsende bei Ajax Amsterdam zu den Nerazzuri und soll dem Klub laut The Athletic eine Ablösesumme von 43 Millionen Euro plus 5 Mio. Euro Boni in die Kassen spülen. Einen höheren Transfergewinn beim Verkauf eines ablösefrei verpflichteten Spielers gab es in der Fußballgeschichte erst zweimal: Robert Lewandowski und Paul Pogba. Knackpunkt zwischen Inter und United sind noch die Bonuszahlungen. Eventuell überholt Onana damit dann insgesamt sogar noch den Ex-FCB-Spieler.
Ok, Schwaben sind und bleiben Schwaben – und der VfB hat es nicht so dicke. Trotzdem würde ich an FCB-Stelle hoffen, dass man Nübel – für eine niedrige zweistellige Millionen-Ablösesumme – an Leeds United verkaufen (nicht verleihen) kann. Aber was soll man zu Inter sagen? Bei jeder Verhandlung müsste man sofort auf die Onana-Situation hinweisen.
Man muss nicht alles so radikal angehen wie Mr. Levy von Tottenham oder man erinnere sich noch an die nicht gerade seriösen Verhandlungstaktiken von Deportivo, als man 2003 Roy Makaay verpflichtete. Aber der FC Bayern muss endlich auch lernen, härter bei Abgängen zu verhandeln. Freundschaftliche (Inter; Rummenigge) oder Familien-Bande (VfB; Hoeneß) spielen da hoffentlich gar keine Rolle. Speziell bei Inter sollte man wirklich knallhart verhandeln. Braucht der FCB selbst nicht Geld für die Verpflichtung eines neuen / jungen hoffentlich zukunftsträchtigen Keepers?
Update 29.07.2023
Laut Sky Italia Reporter Gianluca Di Marzo sollen sich die Bayern tatsächlich auf den Deal mit Inter einlassen: Und die Ablösesumme wird immer niedriger – nun sind es nur noch 4 Millionen Euro, die mit Bonuszahlungen auf 6 Millionen anwachsen können.
Angeblich befinden sich die Gespräche zwischen den beiden Clubs auf der Zielgeraden und der Schweizer Nationalkeeper könnte kurzfristig nach Norditalien wechseln.
Verwunderlich dabei ist nur, dass der 34-Jährige aktuell auf der Asientour ganz klar die Nr. 1 des FCB ist, Neuer längst noch nicht fit und ein neuer Keeper auch noch nicht auf dem Weg nach München.

Ein Kommentar zu “Sommer-Poker: Will Inter den FC Bayern total veralbern?”