„Er macht pro Spiel mindestens 20 unglaubliche Dinge“ – wird Min-jae Kim der erste asiatische FCB-Superstar?

Obwohl in den letzten Jahrzehnten zahlreiche erstklassige asiatische Fußballspieler den Weg in die europäischen Top-Ligen fanden, wurde der FC Bayern bis zum heutigen Tag nicht glücklich mit Engagements von Kickern des bevölkerungsreichsten Kontinents. Das könnte sich nun mit der anstehenden Verpflichtung des südkoreanischen Nationalspielers Min-jae Kim ändern.

Die ersten asiatischen Fußballspieler, die für den deutschen Rekordmeister aufliefen, kamen alle aus dem Iran -Ali Daei (1998/99), Valid Hashemian (2004/05), Ali Karimi (2005-07). Alle wurden in der Bundesliga mit dem FCB Deutscher Meister, aber keiner der genannten fand seine persönliche Erfolgsgeschichte in München. Noch weniger das japanische Supertalent Takashi Usami (2011/12) und auch der erste Südkoreaner beim FCB Jeong Woo-yeong, mit den Bayern Amateuren supererfolgreich (2018-20), fand sein Glück als gestandener Profispieler erst in Freiburg.

Nun soll Min-jae Kim (26) nach seinem Kurz-Militärdienst in Südkorea, der an diesem Wochenende endet, beim FC Bayern aufschlagen. Er soll den sündteuren aber in München dauerverletzten Lucas Hernández ersetzen, den es in sein Geburtsland Frankreich zu PSG zieht.

Min-jae Kim hat sich bei der SSC Neapel ins Rampenlicht gespielt, war eine Säule auf dem Weg zum ersten Scudetto seit 1990 mit Diego Maradona und wurde, wie es Gegenspieler aus der Liga bestätigen, „völlig zu Recht“ zum Abwehrspieler der Saison ausgezeichnet. Napolis Meistertrainer Luciano Spalletti hatte ihn im März überschwänglich gelobt: „Er ist im Moment der beste Innenverteidiger der Welt. Er macht pro Spiel mindestens 20 unglaubliche Dinge. Wenn er mit dem Ball am Fuß losläuft, ist er innerhalb von fünf Sekunden im gegnerischen Strafraum.

Wow, wenn das so stimmt. Der Lucas war davon auch vor seiner letzten schweren Knieverletzung (Kreuzbandriss bei der WM in Katar) meilenweit entfernt.

Der 1,90 Meter große und bullige Kim besticht trotz seiner Größe und Wucht durch eine extreme Schnelligkeit. In Italien wird er als Biest, richtig schnell und unglaublich zweikampfstark und auch technisch versiert beschrieben. Die Eigenschaften eines kompletten Innenverteidigers.

Das Erstaunliche dabei ist, dass der 26-jährige Kim kaum Erfahrung auf absolutem Top-Niveau aufweisen kann. Aufgewachsen in einer kleinen Hafenstadt an der Südküste von Südkorea, schaffte er 2012 den Sprung in die südkoreanische U-17-Nationalmannschaft und spielte bis 22 in der heimischen K League. Im Januar 2019 wechselte Kim für rund fünf Millionen Euro nach China zu Beijing Guoan, zweieinhalb Jahre später für drei Millionen Euro zu Fenerbahce Istanbul und wiederum nur eine Saison darauf nach Süditalien zu Napoli.

In der Serie A brauchte Kim keinerlei Eingewöhnungszeit und wurde bereits im September zum Spieler des Monats in der Liga gewählt. Es unterliefen ihm keine Fehler, er spielte beständig auf hohem Niveau und gilt in der Napoli-Kabine als sehr bescheidener und beliebter Ansprechpartner, engagiert sich zudem für soziale Zwecke.

Auf dem Spielfeld ist es dann aber vorbei mit Nettigkeiten, nicht ganz grundlos bekam Kim in seinem Heimatland den Spitznamen „Monster“ verpasst. Kompromisslos in Zweikämpfen bringt er in dieser Hinsicht gewisse Ähnlichkeiten zu Hernández mit, anders als sein FCB-Vorgänger aber auch Qualitäten im Spielaufbau. Kim war in Europas Top-5-Ligen 2022/23 der Spieler mit den meisten Vorwärtspässen (1057) und den drittmeisten angekommenen Pässen (2547) – übrigens sieben Plätze vor dem besten Bayern Joshua Kimmich (2233).

Kim, der genau wie Real Madrids Antonio Rüdiger in der jüngsten CL-Saison nicht ein einziges Mal von einem Gegenspieler überspielt wurde, soll nach dem Ende seines verpflichtenden Militärdienstes am 3. Juli nach München reisen, die medizinischen Untersuchungen absolvieren und anschließend einen Vertrag bis 2028 unterschreiben. Den Bayern spielt eine Ausstiegsklausel in die Karten, sie werden rund 50 Millionen Euro nach Neapel überweisen und damit wohl ungefähr das ausgeben, was sie aus Paris für Hernández erhalten.

Im Gegensatz zum dauerverletzten Hernández verpasste Kim in der letzten Saison übrigens nur drei Partien. Und wenn er all die Lobeshymnen und schwindelerregenden Statistiken in München nur zu drei Viertel bestätigen kann, dann wird er in der bayerischen Landeshauptstadt der erste asiatische Fußball-Superstar!

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

4 Kommentare zu „„Er macht pro Spiel mindestens 20 unglaubliche Dinge“ – wird Min-jae Kim der erste asiatische FCB-Superstar?

  1. Eine kleine Korrektur: Die drei erstgenannten Ali Daei, Hashemian und Karimi kamen meines Wissens aus der arabischen Region, nicht aus asiatischen Ländern. Aber, das ist Vergangenheit. Mit Kim ist das eine Entscheidung in die Zukunft – ein Mentalitätsspieler wie ehemals Tscha Bum in Frankfurt und bei Leverkusen…..

    1. @ Wolfgang:
      Iraner (Perser) sind keine Araber, aber Asiaten… und die Arabischen Staaten zählen übrigens auch zu Asien.
      China, Südkorea, Japan etc. Fernost-Asien, die anderen der Nahe Osten und auch Asien.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Bayern Total

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen