Die abgelaufene Saison war für den FC Bayern sicherlich die schwierigste mindestens seit 2011/12. Auch wenn es am Ende zum 11. Meistertitel in Folge gereicht hat, reißt die Kritik an fast allen Protagonisten im Verein speziell von Medienseite nicht ab. Einer, der davon am extremsten betroffen ist und selbst von eigenen Fans zuletzt immer häufiger angezählt wurde, ist Nationalspieler Leon Goretzka. Nach der WM in Katar lief es definitiv für den 28-Jährigen nicht mehr rund. Nun wehrt er sich im Interview mit Sport1. Darin äußerst er sich zur anhaltend scharfen Kritik an seinen Leistungen, zu den Wechselgerüchten um seine Person und formuliert dabei ein klares Ziel für die kommende Saison.
„Diejenigen, die Kritik üben, wissen beispielsweise nicht, was einem als Spieler vom Trainer mitgegeben wird. Da glaube ich schon, dass ich meine Aufgaben häufiger gut erfüllt habe. Ich wurde an Sachen gemessen, die vorher von mir verlangt wurden, als ich noch mehr auf der Acht war – mit anderen taktischen Vorgaben.„
Der Box-to-box-Spieler des FCB gab aber auch zu, dass bei ihm „auch schlechte Leistungen dabei“ waren. Und zwar „mehr, als man es von mir gewohnt ist. Dem muss man sich selbstkritisch stellen und das mache ich.“ Die abgelaufene Saison war nicht zuletzt mental sehr anstrengend und so sehnt sich Leon auch nach Urlaub.
Auch wenn ihn die Medien wiederholt als Wechselkandidaten handeln, sieht er selbst sich danach ausschließlich beim FC Bayern. „Ich habe keine anderen Pläne, als bei Bayern zu bleiben! Wir haben nächstes Jahr Großes vor, das hat Jo (Kimmich) nach dem Ukraine-Spiel ganz treffend gesagt. Dass wir wieder Meister geworden sind, ändert nichts daran, dass wir nächstes Jahr wieder in allen Wettbewerben richtig angreifen wollen und werden.“
Dass die interne Konkurrenz in der neuen Saison größer werden könnte, stört ihn keineswegs. Schließlich sei diese „eine Grundvoraussetzung für den Erfolg des FC Bayern. Die Verantwortlichen kommen ihrer Pflicht nach, alles infrage zu stellen. Aber genauso sicher bin ich auch, dass wir in der neuen Saison gemeinsam zurück in die Erfolgsspur finden„.
Von der nicht optimalen Saison will sich Goretzka nicht unterkriegen lassen, vielmehr möchte er gestärkt aus ihr hervor gehen. So formuliert er sein großes persönliches Ziel „Ich will in schwierigeren Phasen – wie wir sie aktuell beim DFB haben, wie wir sie zuletzt bei Bayern hatten – noch mehr meinem Anspruch als Führungsspieler gerecht werden. Ich will der Mannschaft helfen, ein Ankerpunkt sein in schlechten Phasen, in denen wir ein Gegentor bekommen oder in denen es nicht richtig läuft„.
Für die zukünftigen Aufgaben nimmt er sich selbst noch mehr in die Pflicht: „Ich habe jetzt ja auch schon einiges erlebt in meiner Karriere. Ich glaube, dass ich von meinem Mindset her noch mehr verstehen muss, dass ich jetzt einer der Spieler bin, auf den viele schauen – anders als vielleicht vor drei, vier Jahren, als andere mehr im Fokus standen„.
Respekt, sehr reflektiert, Leon! Alles Gute, auf eine nächste überragende Saison beim FC Bayern!
Leon Goretzka – ein Verkaufskandidat beim FC Bayern? – FC Bayern Total
