Während der Saison 2017/18 wurde beim FC Bayern bereits einmal vehement über den Trainer Thomas Tuchel diskutiert. Der damalige FCB-Vorstandsvorsitzende Kalle Rummenigge war sein großer Befürworter, während Präsident Uli Hoeneß gegen ihn war. Nun berichtet der Kicker, dass der heutige Ehrenpräsident mittlerweile seine Meinung extrem geändert hat, was auch eine Erklärung für die durchaus überraschende Danksagung Richtung Hoeneß in Tuchels Antrittsrede ist.
Als die Bayern im Champions League Vorrundenspiel am 27. September 2017 mit 0:3 bei PSG untergegangen waren (übrigens die letzte FCB-Pleite in der CL-Gruppenphase), wurde Carlo Ancelotti entlassen und Jupp Heynckes feierte sein drittes Comeback als FCB-Trainer. Der populäre damals 72-jährige Jupp erklärte aber von Anfang an unmissverständlich, dass sein Engagement zum Saisonende 2018 enden würde. Rummenigge suchte daraufhin einen Trainer für die nächste Saison. Hoeneß dagegen versuchte, seinen Kumpel Jupp monatelang vergeblich zu überreden, noch länger an der Säbener Straße zu arbeiten, zudem war er gegen Rummenigges Wunschtrainer Tuchel. Der damalige FCB-Kompromiss hieß letztendlich Niko Kovac.
Wie Georg Holzner vom Kicker nun berichtet, hat der Weltmeister von 1974 jedoch mittlerweile eine ganz andere Meinung über den neuen FCB-Chefcoach, er soll sogar ein absoluter Befürworter von Thomas Tuchel sein. Der Grund hierfür ist kurios: Nach dem Champions-League-Finale 2020, welches die Bayern bekanntermaßen in Lissabon gegen das von Tuchel trainierte PSG mit 1:0 gewannen, gab es ein Gespräch zwischen Hoeneß und Tuchel. Dieses soll bei Hoeneß derart positiv nachgewirkt haben, dass er seine Meinung über den heutigen Bayern-Coach grundlegend geändert hat.
Für einen FCB-Trainer ist eine positive Bewertung des Ehrenpräsidenten sicherlich immer vorteilhaft. Auch wenn Hoeneß offiziell nichts mehr mit dem Tagesgeschäft zu tun hat, steht er doch regelmäßig im Kontakt mit der Chefetage des deutschen Rekordmeisters. Außerdem hat er als Aufsichtsratsmitglied ein Mitspracherecht bei großen Transfers und anderen wichtigen Entscheidungen des Vereins.

Tuchel hat sich in den letzten Jahren ziemlich verändert. Zu seiner Dortmunder Zeit haben sich seine Interviews anghört wie von einem verschrobenen Professor. Jetzt ist das alles klar und stringent.
Die Aufenthalte in Paris und London haben ihn offenbar nochmal weiterentwickelt.