Der FC Bayern eröffnet gegen den früheren Angstgegner Borussia Mönchengladbach den 25. Bundesliga-Spieltag – und tut dies auch ohne Harry Kane mit einem guten Gefühl.
Durch das 3:2 im deutschen Klassiker hat der FC Bayern den Vorsprung auf Rang zwei in der Bundesliga auf elf Punkte ausgebaut. Nun kann er den Abstand auf den einzig verbliebenen Verfolger zumindest zwischenzeitlich noch einmal vergrößern: Der Rekordmeister eröffnet am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach den 25. Spieltag und kann mit einem Sieg den Druck auf den BVB weiter erhöhen.
FCB-Chefcoach Vincent Kompany hat zwar auf der Spieltags-PK überraschend den Ausfall von Toptorjäger Harry Kane verkündet (Schlag auf die Wade), der Freitagabend zählt aber zu den Lieblingsterminen der Münchner: In den vergangenen 15 Partien blieb der FCB unbesiegt (zwölf Siege, drei Remis).
Dass es die letzte Niederlage ausgerechnet zuhause gegen die Gladbacher Borussia Mönchengladbach gab, lag auch an der sturen Haltung der DFL. Für die Partie am 7. Januar 2022 meldete der Rekordmeister – vor allem Pandiemie-bedingt – ein Dutzend Ausfälle und wollte das Spiel eigentlich verschieben lassen. Anders als bei vielen Bundesliga-Partien zuvor wurde dies dem auch damals souveränen Tabellenführer jedoch nicht gestattet.
Überragende Freitagabend-Heimserie
Das 1:2 war zugleich die einzige Heimniederlage an diesem Wochentag in diesem Jahrtausend – ansonsten gab es in diesem Zeitraum freitags im eigenen Stadion 27 Siege und fünf Remis aus Bayern-Perspektive.
In den bisherigen 115 Spielen in der Bundesliga war Mönchengladbach für die Bayern immer wieder ein unbequemer Gegner, galt für einige Zeit als der FCB-Angstgegner. Zuletzt waren die Kräfteverhältnisse aber klar: Der Rekordmeister hat die vergangenen fünf Bundesliga-Begegnungen gegen die Borussia gewonnen (2:1; 3:1; 1:0; 2:0; 3:0 im Hinspiel) und damit die längste Siegesserie in diesem Duell eingestellt. Dies war dem FCB zuvor nur in den ersten fünf Bundesliga-Aufeinandertreffen gelungen (1965 bis 1967). Der damaligen Fohlenelf gelang der erste Sieg über den späteren Rekordmeister erst im neunten Spiel gegeneinander: Am zweiten Spieltag 1969/70 besiegte der spätere Meister den amtierenden Meister mit 2:1.
Riesiger Unterschied in der Offensive
Während dem FC Bayern in 23 von 24 Spielen dieser Bundesligasaison mindestens zwei Tore (Ausnahme die 1:2-Heimniederlage gegen Augsburg) gelungen sind und er mit 88 Toren auf dem besten Weg ist, den BL-Rekord von 1971/72 (101 Tore) zu überbieten, blieb Gladbach in zehn Partien in der laufenden Saison torlos. Das ist negativer Ligahöchstwert zusammen mit Heidenheim und Bremen.
26 Tore erzielte der Tabellenführer in dieser Spielzeit allein in der Schlussviertelstunde und damit nur eines weniger, als Gladbach in der kompletten Saison gesammelt hat. Aus FCB-Sicht ist das bereits jetzt eingestellter Vereinsrekord. Das war ihm zuvor nur in der Saison 1971/72 gelungen.
Allerdings: Gegen keine andere Mannschaft verlor der FC Bayern im deutschen Fußball-Oberhaus mehr Spiele als gegen die Borussia: 28 in 115 Partien – bei 56 Siegen und 31 Unentschieden. Mit einem Punkteschnitt pro Partie von 1,00 ist der Gegner vom Niederrhein der einzige aktuelle Bundesligist, bei dem in der Bilanz gegen Bayern keine Null vor dem Komma steht. Dies könnte Kompanys Team heute mit dem sechsten Sieg in Folge gegen den ehemaligen Angstgegner ändern. Beim 3:0 im Hinspiel zählte Harry Kane übrigens nicht zu den Torschützen: Das erledigten Joshua Kimmich, Raphaël Guerreiro (Titelbild) und Lennart Karl mit seinem ersten BL-Tor.
