Der frühere Bayernspieler Didi Hamann ist heute als TV-Experte tätig. Sehr gerne kritisiert er dabei Protagonisten seines Ex-Vereins, aktuell ist Jamal Musiala sein „Opfer“.
Der FC Bayern absolviert eine ausgezeichnete Saison: In der Bundesliga ist er nach dem 3:2 bei Borussia Dortmund der Konkurrenz meilenweit enteilt, im Pokal erstmals seit sechs Jahren wieder im Halbfinale und in der Champions League als Zweiter der Ligaphase trotz einer schwierigen Auslosung gut im Rennen. Dennoch finden sich immer wieder teils auch heftige Kritikpunkte am souverän auftretenden Rekordmeister. Für diese Vorgehensweise haben sich in den letzten Jahren „Spezialisten“ herauskristallisiert, allen voran Sky-Experte Didi Hamann.
Vor einigen Wochen ließ der 52-Jährige mit harscher Kritik an Harry Kane und seiner derzeitigen Spielweise beim FC Bayern aufhorchen. Dem Toptorjäger der Münchner prophezeite er gar eine heftige Krise und Torflaute in der Rückrunde. In der Bundesliga traute er dem Engländer bis zum Saisonfinale insgesamt nicht mehr als 26 Treffer zu. Kanes Torekonto betrug Ende Februar bereits 30…
Nun pickt sich Hamann FCB-Supertechniker Jamal Musiala heraus und kritisiert ihn heftig. Dieser hatte sich im Viertelfinale der Klub-WM Anfang Juli 2025 bei einer heftigen Attacke von PSG-Keeper Gianluigi Donnarumma schlimme Verletzungen, darunter einen Wadenbeinbruch, zugezogen.
Hamann ohne Verständnis für FCB-Geduld mit Langzeitverletztem
Die Verantwortlichen an der Säbener Straße betonten in den vergangenen Monaten in dieser bitteren Causa stets, dass man mit dem 23-Jährigen viel Geduld haben müsse. Als Ziel wurde ausgegeben, dass er sich in der heißen Saisonphase – beginnend mit den CL-K.-o.-Spielen im März / April – in Topform befinden solle. Diese Geduld beim FC Bayern kann Hamann ganz offensichtlich nicht nachvollziehen.
In der Talkrunde bei Sky90: „Ich glaube, dass Jamal Musiala sehr viel fehlt. Es ist im Moment ein Versuch, ihn zu integrieren“. Ganz besonders kritisch sieht Hamann die Diskrepanz zwischen Musialas hohem Gehalt und seinen derzeitigen Leistungen: „Es wurde ihm ein Vertrag gegeben, der ihn gleichsetzt oder besser setzt als den englischen Nationalmannschaftskapitän“, spielt er nun ausgerechnet auf Harry Kane an. Wer bei Bayern zu den Topverdienern gehöre, müsse sich laut dem 52-Jährigen auch an diesem Maßstab messen lassen.
„Wenn du der bestbezahlte Spieler bist, dann bist du irgendwo auch der wichtigste. Dann hast du zwei, drei Spiele Zeit, um wieder in den Rhythmus zu kommen“, so Hamann schonungslos. Ein längerer Zeitraum sei bei diesem Status für ihn nicht möglich und er zieht dazu noch einen erstaunlichen Vergleich: „Er ist der Michael Jordan von Bayern München. So wird er bezahlt. Ich frage mich, wann er der Mannschaft wieder helfen wird oder helfen will.“
Man sollte die Art und Weise dieses Vergleichs keineswegs als Kompliment für Musiala missverstehen. Der wurde mit seiner Einsatzzeit beim Klassiker – er kam in der 62. Minute beim Stand von 1:1 für Serge Gnabry – für Hamann unberechtigterweise FCB-Supertalent Lennart Karl vorgezogen: „Eigentlich muss Karl vor Musiala kommen, weil er von der Leistung her auf einem anderen Level ist.“
Immerhin zeigt der TV-Experte in der Situation Verständnis für FCB-Coach Vincent Kompany. Dieser müsse die Situation sportlich und emotional moderieren. Ein Superstar wie Musiala könne folglich nicht dauerhaft außen vor bleiben, zumal er langfristig beim FC Bayern als Gesicht des Vereins eingeplant sei.
Bayern-Fans reagieren auf Hamanns Kritik: „Völlig daneben“
An der Säbener Straße wird Hamann einmal mehr heftiges Kopfschütteln verursachen. Sportvorstand Max Eberl bezeichnet seinen früheren Teamkollegen in der FCB-Jugend regelmäßig als „Tinnitus, der alle drei Tage hochkommt“. Noch gibt es zu Hamanns Äußerungen jedoch kein (offizielles) Statement vom Rekordmeister.
Dagegen nehmen die Anhänger den früheren FCB-Spieler dafür in den Social Media bereits aufs Korn. Neben vielen Beleidigungen kann man diese Meinung als stellvertretend betrachten: „Didi bleibt seiner Linie treu. Nachdem er den Vertrag mit Musiala als großen Fehler bezeichnet hat, muss er natürlich hoffen, dass Jamal keine Top-Leistungen mehr bringt, damit er recht behält“, wird Hamanns Kritik zunächst als wenig gentlemanlike eingeordnet, um dann dessen neue Aussagen verständnislos zu kommentieren: „Das ändert natürlich nichts daran, dass er völlig danebenliegt, wenn er suggeriert, dass ein Spieler nach so langer Pause je nach Bezahlung langsamer oder schneller in Form kommen muss.“
Titelbild: Michael Olise feiert Musiala bei dessem Comeback. Wenige Zeigerumdrehungen nach seiner Einwechslung in Leipzig, gab er dem Franzosen eine Torvorlage.
