Bayernstar: Im Verein aussortiert, aber Stammspieler bei der WM?

Triple-Held Leon Goretzka spielt beim FC Bayern nur noch eine untergeordnete Rolle, muss im Sommer gehen. Ganz anders sieht es offensichtlich bei den WM-Plänen des Bundestrainers aus.

Nach acht Jahren an der Säbener Straße wird Leon Goretzka den FC Bayern im Sommer verlassen. Sein Vertrag wird nicht mehr verlängert. Trotz aller Wertschätzung findet der Spielertyp, den der 31-Jährige darstellt, im System von Coach Vincent Kompany keine bedeutende Rolle. So schrumpften zuletzt auch die Einsatzzeiten des 67-fachen Nationalspielers beim Rekordmeister beträchtlich.

Dementsprechend wurde in jüngerer Vergangenheit viel darüber spekuliert, dass diese Entwicklung auch seine Chancen auf eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft erheblich gefährden könne. Dem widerspricht nun aber Bundestrainer Julian Nagelsmann im Gespräch mit dem kicker vehement.

Trotz der großen Konkurrenz im deutschen Mittelfeld macht der 38-Jährige dem „Box-to-Box“-Spieler aus einem ganz speziellen Grund Mut: Der frühere FCB-Coach erklärt, dass es in Deutschland mit Angelo Stiller, Felix Nmecha, Aleksandar Pavlović, Pascal Groß oder Robert Andrich zwar zahlreiche Optionen für das zentrale Mittelfeld gäbe, doch das „Goretzka-Profil“ fehle fast komplett.

Goretzka-Profil ein wichtiger Nagelsmann-Baustein

Laut Nagelsmann mangelt es im deutschen Kader mit Ausnahme des 1,89 Meter-großen Noch-FCB-Profis an physisch durchsetzungsfähigen, kopfballstarken Sechsern: „Wir vermissen in Deutschland schon einen richtig stabilen, zweikampfstarken Sechser – auch in der Luft“, so der Bundestrainer. Die spielstarken und ballsichere Konkurrenten benötigten seiner Meinung nach einen derartigen Partner neben sich.

Goretzka bringe dagegen genau diese Wucht mit, gehe konsequent in den Strafraum und sei bei langen Bällen ein entscheidender Faktor: „Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali“, erklärt Nagelsmann und nennt als Beispiel die Partie in Nordirland (1:0), in welcher Goretzkas Kopfballstärke ein spielentscheidender Faktor gewesen sei. Gerade in Turnieren, in denen es enge Phasen und viele zweite Bälle gebe, könne dieses Profil laut dem Bundestrainer den Unterschied ausmachen.

Dass Goretzkas Rolle beim FC Bayern immer kleiner geworden ist, während sein Standing in der Nationalmannschaft offensichtlich zuletzt sogar noch einmal gewachsen ist, ist also vor allem seinem Profil und der taktischen Ausrichtung des jeweiligen Spielsystems geschuldet. Dies steht wiederum auch mit der Position und Stärke der jeweiligen Teams im Kontext: Der deutsche Rekordmeister zählt aktuell zu den dominierenden Mannschaften im Welt-Vereinsfußball. Dagegen zählt die DFB-Auswahl bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada keineswegs zu den (Top-)Favoriten.

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