Verrückt: Überragender Bayern-Rekord selbst bei klarer Niederlage in Köln

Der FC Bayern produziert in dieser Saison Team- und Individual-Rekorde wie am Fließband. Einer sticht dabei besonders heraus und erzeugt vor dem Hinrunden-Finale eine verrückte Situation.

Mit 16 Pflichtspielsiegen in Folge die Pulverisierung des europäischen Startrekords, zahlreiche Mannschafts- wie Individualrekorde – mit sämtlichen Bestwerten von Vincent Kompanys Bayern könnte man in dieser Spielzeit wohl eine Din-A4-Seite füllen. Besonders ausgeprägt ist dabei der Torhunger von Harry Kane, Michael Olise, Luis Díaz & Co., und dies vor allem im Ligabetrieb.

Nahezu unfassbare 63 Treffer haben die Spieler des Rekordmeisters in den bisherigen 16 Bundesliga-Partien erzielt – darunter bereits sechs zum Saisonstart gegen die Top-Mannschaft von RB Leipzig, fünf beim Pokalsieger VfB Stuttgart und zuletzt acht bei der höchsten Niederlage in der Bundesliga-Geschichte des VfL Wolfsburg. Rechnet man diese außergewöhnliche Trefferquote auf 34 Spiele hoch, kämen am Ende unglaubliche 134 Tore heraus. Der bestehende BL-Rekord stammt aus der Saison 1971/72, Gerd Müller steuerte 40 Treffer zu den 101 Toren (bei 38 Gegentreffern) bei, die dem heutigen Rekordmeister zur damals gerade einmal dritten Deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte verhalfen.

63 Tore in 16 BL-Partien sind überragend, aber weil auch die Defensive des Rekordmeister mit lediglich zwölf Gegentoren bislang einen außergewöhnlich guten Job gemacht hat, weist das Torverhältnis eine Nettobilanz von plus 51 aus. Hochgerechnet auf das Saisonfinale wären das dann weit mehr als Einhundert, eine Pulverisierung aller Rekorde. Die Konzentration gilt hier aber zunächst einmal der Bilanz der Hinrunde, der ersten Halbserie der Spielzeit.

Nicht einmal die FCB-Triple-Teams können mithalten

Dazu ein Blick zurück in die fast 63 Jahre alte Bundesliga-Historie: Beim Gesamttorverhältnis sticht die FCB-Triple-Saison 2012/13 besonders heraus: Unter Jupp Heynckes wurde damals nicht nur mit 91 der beste Punktwert der BL-Geschichte erzielt, die 98:18 (+80!) Tore sind ebenso ein einsamer Bestwert. Die legendäre Rückrunde (16 Siege, ein Remis) übertraf dabei mit 54:11 Toren noch einmal die bereits sehr starke Hinserie.

Diese plus-43-Tore in einer Halbserie wurden nur noch einmal übertroffen: Von Hansi Flicks Triple-Mannschaft in der Rückrunde 2019/20: 54:10 Tore – plus 44! Das beste Torverhältnis einer Hin- oder Rückrunde seit der Bundesliga-Gründung 1963. Die besten Hinrunden-Ergebnisse erzielten übrigens Julian Nagelsmanns Bayern 2021/22 (56:16) und Kompanys Bayern in der letzten Spielzeit (53:13), jeweils mit plus 40 Toren.

Somit ergibt sich nun vor dem 17. und damit letzten Spiel der Hinrunde für den Rekordmeister die verrückte Situation, dass nur eine Niederlage mit mehr als sechs Toren Unterschied beim 1. FC Köln einen neuen Torverhältnis-Rekord in der nun 125. Halbserie der Bundesliga-Historie verhindern kann. Ziel des souveränen Tabellenführers sollte aber im Rhein-Energie-Stadion vielmehr sein, die 51 noch einmal zu erhöhen – ob dies einen überragenden BL-Rekord bedeutet oder nicht.

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